COLLEGIUM MUSICUM: Eine Erstaufführung zum Abschied

Mario Schwarz hat Chor und Orchester über 30 Jahre geleitet, jetzt geht er in den Ruhestand. Sein Nachfolger Eckart Manke ist kein Unbekannter am Bodensee.

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Eckart Manke sprühe nur so vor Ideen, schreibt das Collegium Musicum. Er wolle Altbewährtes beibehalten, aber auch neue Formate auf die Bühne bringen. «Zukünftig widmen wir uns auch den Kinder- und Jugendkonzerten», sagt der Konstanzer. Neu würden zudem Gesprächskonzerte durchgeführt. Manke wünsche sich, dass diese beiden Formate mit Kammerorchester wie auch mit chorsymphonischen Werken Merkmale des CMO werden. Ebenso wolle der neue Dirigent auch das Musizieren auf alten Instrumenten etablieren.

Der Deutsche lehrt seit dreizehn Jahren Orchesterleitung an der Musikhochschule in Trossingen. Er ist künstlerischer Leiter der Internationalen Meisterkurse am Bodensee und dirigiert das alljährliche Preisträgerkonzert der Uttwiler Meisterkurse. Seit 2004 leitet er den Konzertchor Collegium Vocale Bodensee. Er folgte zahlreichen Einladungen: an die Staatsoper Stettin, die Opernhäuser in Mannheim und Chemnitz, zur Nordwestdeutschen und zur Südwestdeutschen Philharmonie oder an die Staatsoper in Bourgas. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet Manke mit dem Budapester Symphonieorchester. Etliche Jahre der Kapellmeisterlaufbahn führten den Dirigenten an die Theater von Osnabrück und Bern, an denen er die Basis für ein mittlerweile breites Opernrepertoire legte.

Die Pergolesi-Kantate lag vergessen in Beromünster

Eckart Manke hält sein Antrittskonzert am 17. September in Laurenzen, St. Gallen. Im April bereits dirigiert Mario Schwarz seine Abschiedskonzerte in Heiden, Bischofszell und St. Gallen und hat sich für sie etwas Besonderes ausgesucht: Das «Dixit Dominus» von G. B. Pergolesi – eine Erstaufführung, denn diese Kantate hatte vergessen in der Klosterbibliothek des Chorherrenstifts Beromünster gelegen. Das Konzert wird vom Schweizer Radio aufgezeichnet. «Ich freue mich auf diese Aufführungen», sagt Mario Schwarz, «und anschliessend freue ich mich auf einen etwas ruhigeren Lebensabschnitt.»

Mario Schwarz spielte mehrere Radio- und CD-Aufnahmen ein. 2004 dirigierte er die Uraufführung der Oper «Tredeschin» von Gion Antoni Derungs. Im gleichen Jahr erhielt er den Anerkennungspreis des Kantons Graubünden und 2007 jenen des Kantons St. Gallen. 2009 konnte er das Violinkonzert von Heinrich von Herzogenberg uraufführen. 2010 dirigierte er zum 100. Todestag Henry Dunants Derungs’ szenisches Musikwerk «Henry Dunant» – das Libretto stammte von Hans-Rudolf Merz. 2013 gründete Schwarz die «Fundaziun Gion Antoni Derungs», in der er als Stiftungsrat tätig ist. (red)

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