China, Burma, Indien: Reise in gegensätzliche Welten

Acht Jahre lang hat Barbara Lüthi aus China berichtet, sie hat ihren Zuschauern unter zuweilen schwierigen Bedingungen das Reich der Mitte nahe gebracht. Jetzt weitet sie als neue Südostasien-Korrespondentin des Schweizer Fernsehens den Blick.

Rolf App
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Bild: Rolf App

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Acht Jahre lang hat Barbara Lüthi aus China berichtet, sie hat ihren Zuschauern unter zuweilen schwierigen Bedingungen das Reich der Mitte nahe gebracht. Jetzt weitet sie als neue Südostasien-Korrespondentin des Schweizer Fernsehens den Blick.

Die Versorgungslinie

In sechs Etappen reist sie der «Old Burma Road» entlang von Südchina über Burma nach Indien. 1200 Kilometer ist die holprige Strassenverbindung lang, die im Zweiten Weltkrieg den Briten und Amerikanern als Versorgungslinie diente. Und die in der ersten Folge letzten Freitag und in der morgigen zweiten ein China enormer Gegensätze zeigt.

Denn die Kontraste könnten nicht grösser sein wie zwischen der Millionenstadt Kunming, wo Satellitenstädte ohne Rücksicht auf die Nachfrage auf dem Reissbrett entstehen, und dem verträumten Dali, wohin sich die Journalisten Xi Zhongyn und Yang Rur in den politischen Windschatten zurückgezogen haben, um ein Hotel zu eröffnen. Oder zwischen Nanyao, wo mit den Naxi eine von 56 ethnischen Minderheiten lebt, die gerade den sanften Tourismus entdeckt, und der betriebsamen Grenzstadt Ruili.

Wohnung kaufen für den Sohn

Mit vielen Menschen führt Barbara Lüthi ausführliche Gespräche. Es ist erstaunlich, was sie beim gemeinsamen Essen alles erfährt. Oder bei Ausflügen. In der ersten Folge hat sie einen Mann begleitet, der in Kunming für seinen Sohn eine Wohnung kauft, um dessen Chancen auf dem Heiratsmarkt zu erhöhen. Die Ein-Kind-Politik hat dazu geführt, dass viele Mädchen abgetrieben wurden – was nun zu einer männlichen Überzahl führt.

Reichtum und Krieg

In Nanyao findet sie bei der 76jährigen Li Xiu Ying Unterschlupf, die ihr von einem Leben voller harter Arbeit erzählt. Nur gerade vier Jahre ist sie in eine Schule gegangen. Bildung: Das war zu ihrer Zeit den männlichen Nachkommen vorbehalten. Umso wichtiger ist ihr, dass ihre Tochter studieren konnte.

Die Grenzregion Yunnan ist landschaftlich ganz wunderschön, aber das Bild verändert sich, als das Fernsehteam die Grenze zu Burma erreicht. Ruili lebt vom Handel mit den Nachbarn, vor allem vom Handel mit Jade. Die Steine ziehen Reichtum an und machen reich. Als Barbara Lüthi dann die Grenze überquert, kommt ein Bürgerkrieg näher.

So reiht sie in bunter Folge Episoden und Begegnungen aneinander, fragt nach den Spuren dunkler Vergangenheit und erkundet die Gegenwart anhand einzelner Schicksale. So zeichnet sie ein Bild, das viele Farben kennt.

SRF 1 Old Burma Road – Unterwegs mit Barbara Lüthi Heute Freitag, 21 Uhr. Vier weitere Folgen bis zum 2. Oktober