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Chanson trifft Klassik in der Stadt St.Gallen

Zum dritten Mal findet vom 18. bis 20.Januar «Musique am Berg» statt, diesmal in der Militärkantine St. Gallen. Mit dabei: der Kontrabassist Patrick Kessler.
Rolf App
Für einmal in der Militärkantine (v.l.): Jürg Hochuli, Nicole Borra, Patrick Kessler. (Bild: Urs Bucher)

Für einmal in der Militärkantine (v.l.): Jürg Hochuli, Nicole Borra, Patrick Kessler. (Bild: Urs Bucher)

In Gais bewohnt Patrick Kessler ein altes Bauernhaus. Dort hat er im Atelier die beste Akustik für sein Instrument, den Kontrabass. «Ursprünglich habe ich Gitarre gespielt», erzählt er. «Doch die tiefen Saiten, die sich auch am Kontrabass finden, haben mir immer am besten gefallen.» Also hat er umgesattelt, und zwar relativ spät, mit achtzehn Jahren. Zuerst hat er sich das Wichtigste selber beigebracht, dann Stunden genommen und in einer Rockband gespielt. Heute liebt er es, in allen möglichen Projekten mit anderen Musikern die Grenzen seines Instruments zu erweitern.

Herunter vom Berg - und wieder hinauf

Aus Gais kommen auch Nicole Borra und Jürg Hochuli, die vorletzten Winter auf der Schwägalp zum ersten Mal frankofone Musiktage auf die Beine gestellt haben, mit Künstlern aus Frankreich, aus der West- und aus der Ostschweiz. «Musique am Berg» findet auch diesmal statt, und zwar aus Rücksicht auf die Sportferien vom 18. bis 20.Januar (siehe Kasten). Das Festival dauert aber diesmal drei statt zwei Tage und hat einen neuen Ort: die St. Galler Militärkantine.

Ein dauerhafter Abschied vom Berg soll es nicht werden. «Nächstes Jahr führen wir das Festival wieder am Fuss des Säntis durch», sagt Nicole Borra. In der Tat wäre es schade, das stimmungsvolle Hotel Säntis und die Ende Januar in ihrer Stille geradezu geheimnisvolle Schwägalp nicht mehr zu bespielen. Obschon auch die Militärkantine mit ihrem historischen Interieur, wo wir uns zum Gespräch treffen, ihren unbestreitbaren Charme ausstrahlt. «Wir hoffen, dass wir hier in der Stadt noch ein anderes Publikum ansprechen können, das uns dann im Jahr 2020 auf den Berg folgt.» Dieses Publikum sollte vor allem eines sein: neugierig auf den frankofonen Zugang zur Musik, und zwar in vielerlei Spielarten. Da sind am Sonntag, ganz am Ende des Festivals, der Cellist Christoph Croisé und die Pianistin Fanny Moret mit Chopin und Bach. Da sind am Tag zuvor erstens «Les Fils du Facteur», ein Duo aus Vevey, das Popsongs und Chansons verbindet, und zweitens Phanee de Pool, die Slam und Rap zu «Slap» verbindet.

Starten wird das Festival aber am Freitag mit einer «Soirée für Stimme, Piano, Violine, Kontrabass und Lautsprecher», dargebracht von Anouk Genthon (Violine), Jacques Demierre (Klavier) und Patrick Kessler. Der Genfer Demierre ist dieses Jahr mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet worden, und mit Anouk Genthon tritt Kessler wenige Tage nach unserem Gespräch im «Palace» auf.

In der Mitte steht ein Samowar

Ihrem Experimentiergeist zu folgen, das wird zu einem besonderen Erlebnis. Rundherum stehen archaisch geformte Lautsprecher, die Kessler in Nepal gefunden hat, und in der Mitte ein dampfender Samowar, aus dem sich die Zuhörer während des Konzerts Tee abzapfen. Die von einem Mikrofon eingefangenen Samowargeräusche fliessen ein in Patrick Kesslers und Anouk Genthons Musik, die mit herkömmlichem Kontrabass- und Violinspiel nur noch wenig gemein hat und eine eigenartig entrückte Stimmung erzeugt.

«Welsche Musiker haben eine andere Spielkultur, ich trete gern mit ihnen zusammen auf», sagt Patrick Kessler. Dies wird nicht nur den Reiz seines Eröffnungskonzerts, sondern auch des letzten Konzerts ausmachen. «Auch dort werden wir die Landesteile verbinden», sagt Jürg Hochuli. «Der junge Cellist Christoph Croisé kommt aus dem Aargau, die Pianistin Fanny Monet aus dem Unterwallis.» Kein Wunder, hat die Direktorin des Bundesamts für Kultur das Patronat übernommen.

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