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CD: Zwei Stilisten und ein Kraftakt

Florez, Kaufmann, Villazon: Die drei berühmten Tenöre sind mit je einer neuen CD auf dem Markt und bieten viel Hörgenuss.

Jahrelang war der Peruaner Juan Diego Florez auf die Belcanto-Rollen Rossinis, Bellinis und Donizettis abonniert – so elegant, höhen- und koloratursicher und damit stilprägend singt auch heute noch niemand diese gefürchteten Partien. Doch Florez scheint genug zu haben von diesen Figuren. Wo er sich auf der Bühne eher mehr in Richtung des französischen Faches bewegt, hat er nun mit dem glänzenden Orchestra La Scintilla des Opernhauses Zürich eine reine Mozart-CD aufgenommen. Das erstaunt – und überzeugt rundum.

Stilistisch auf der Höhe der Mozart-Interpretation

Die CD startet mit der Pièce de résistance für Mozart-Tenöre: Idomeneos «Fuor del Mar», das er natürlich in der koloraturgespicktesten Langversion singt – als wäre es nichts! Dass er das vokal kann, daran gab’s keine Zweifel, wie sehr er aber auch stilistisch auf der Höhe der Mozart-Interpretation ist, lässt einen beglückt vor dem Lautsprecher sitzen. Florez’ Herrscherfiguren haben die nötige Reife und Autorität, die Liebhaber herrlich lyrischen Schmelz. Die Linien behalten stets grösste Noblesse und auch sprachlich überzeugt der Tenor mit seiner charakteristisch hellen Stimme. Auf Florez’ Mozart-Bühnenfiguren darf man gespannt sein – im Konzert wird er sie im Opernhaus Zürich am 2. November vorstellen.

Wie Florez geht auch Jonas Kaufmann eher ins leichtere Fach, wenigstens bei den meisten Nummern seiner «L’Opéra»-CD. Bei Gounods Roméo ist das noch zu hören, auch Bizets Perlenfischer ist keine Rolle mehr für die Bühne – trotz schöner Piani. Als Werther aber, als Hoffmann oder bei Massenet, Berlioz und Meyerbeer treffen die weit gespannten Bögen, das charakteristisch dunkle Timbre, eine sehr gute Sprachbehandlung und das spezifisch französische Stilbewusstsein äusserst glücklich aufeinander. Bertrand de Billy und das Bayerische Staatsorchester begleiten ebenso stilsicher.

Dann ist da noch Rolando Villazon, der sich mit «Duets» (begleitet von Yannik Nézet-Seguin) auf dem Tonträgermarkt meldet. Zwar ist sein Timbre nach wie vor betörend, aber wenn es in die tenorale Höhe geht, ist da vor allem Anstrengung und Gefährdung. Das hat den Reiz des Zirkusartisten, der abstürzen könnte. Die Aufnahme klingt, als ob er ganz nah am Mikrofon stünde und sein ebenfalls recht dumpf klingender Duettpartner, der Bass Ildar Abrazakov, zwei Schritte dahinter.

Tobias Gerosa

focus@tagblatt.ch

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