Bürgerliche Debatten

Lesbar Zeitschriften In ihrer neuesten Ausgabe rollt die «Wochenzeitung» (WOZ) die Frühgeschichte der «Schweizer Monatshefte» auf, die sich kürzlich, aus Anlass ihres neunzigsten Geburtstages, in «Schweizer Monat» umbenannt haben.

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Lesbar Zeitschriften

In ihrer neuesten Ausgabe rollt die «Wochenzeitung» (WOZ) die Frühgeschichte der «Schweizer Monatshefte» auf, die sich kürzlich, aus Anlass ihres neunzigsten Geburtstages, in «Schweizer Monat» umbenannt haben. Gründungsjahr 1921: das schliesst die Zeit ein, in der angesichts der frühen Erfolge des Faschismus Teile des Bürgertums schwankten zwischen Demokratie und Diktatur. Mit Hans Oehler war denn auch ein Hitler-Bewunderer «Hauptschriftleiter» der Monatshefte – bis er 1933 entlassen wurde. Das ist Geschichte. Doch stellt die WOZ auch die Frage, ob sich der «Monat» nicht doch noch in der selben autoritären und sozialdarwinistischen Tradition sehe wie seine Gründer, dies aber nur «nicht allzu offen sagen will»? Was wiederum neugierig macht auf die aktuelle Ausgabe. Blättern wir mal durch. Norbert Bolz beklagt die Debatte um Frauenquoten, Gottlieb F. Höpli verteidigt das Zeitunglesen gegen seine Verächter, Beat Kappeler glaubt, die europäischen Staaten stünden vor dem Bankrott. Im klug gewählten und interessant aufgefächerten Dossier «Risiko» erklärt ETH-Professor Didier Sornette, warum extreme und katastrophale Ereignisse in der Weltwirtschaft keineswegs aus dem Nichts kommen. Der Schriftsteller Tim Krohn begründet, warum das Laute hierzulande unbeliebt ist. Und Christoph Blocher, Kunstsammler, spricht über das Aufgehobensein der Menschen in Albert Ankers Bildern – trotz allen Elends. Was einiges über die Geisteshaltung des Politikers sagt. Fazit also: eine Zeitschrift, die in viele Richtungen vorstösst, gewiss bürgerlich in der Grundtendenz, aber auch sehr debattierlustig.

Der Monat, April 2011

Die Inkas

Lange sind sie im Dunkel der Geschichte versteckt gewesen. Erst als vor genau hundert Jahren die Ruinenstadt Machu Pichu in den peruanischen Anden mit Unterstützung der Zeitschrift «Nationals Geographic» wieder entdeckt wurde, fiel der Blick auf die Inka und ihr riesiges, mit Militärgewalt, aber auch mit kluger Politik zusammengehaltenes Reich. Um etwa 1400 haben die Inkas erste Eroberungszüge unternommen, haben Strassen gebaut, Pflanzen kultiviert, Land fruchtbar gemacht. «Die Inka waren die Organisationsgenies des amerikanischen Kontinents», sagt der Forscher Charles Stanish.

National Geographic, April 2011

Rolf App

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