Bündner Spuren im Veltlin

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GeschichteDass der Veltliner bis heute in der Schweiz halbwegs als Bündner Wein gilt, hat poli­tische Gründe. Das Tal gehörte im Mittelalter zum Herzogtum Mailand, doch die Bündner hatten schon im 15. Jahrhundert ein Auge auf das strategisch wichtige Tal geworfen. Im Zuge der Mailänder Kriege eroberten die Eidgenossen 1512 die Talschaften Chiavenna, Veltlin und Bormio, die in der Folge Untertanengebiet des Freistaats der Drei Bünde wurden. Von 1620 bis 1639 verloren die Bündner die Herrschaft über das Veltlin, bekamen es aber nach dem Wechsel zu Habsburg wieder zurück. 1797 endete die Bündner Herrschaft durch Eingreifen Napoleons. Önologisch aber liessen sich die Schweizer nicht so einfach ausbooten. Mehrere im Bündner Südtal Puschlav ansässige Weinhäuser unterhalten bis heute Rebberge im Veltlin – und produzieren je nach Quellen 20–40 Prozent der Veltliner ­Weine, die steuerlich begünstigt in die Schweiz gehen. (Hn.)