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«Buchstädte» tauschen sich aus

Zum ersten Mal, seit es die Leipziger Buchmesse gibt, werden sich zwei Verlage aus St. Gallen dort präsentieren. Es sind dies der Kunstbuchverlag Vexer von Josef Felix Müller und die St. Galler Verlagsgemeinschaft VGS.
Brigitte Schmid-Gugler
Der Künstler und Verleger Josef Felix Müller und der Mitbegründer des Ateliers für visuelle Kommunikation TGG, Roland Stieger, beim Auswahlverfahren für die Leipziger Buchmesse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Künstler und Verleger Josef Felix Müller und der Mitbegründer des Ateliers für visuelle Kommunikation TGG, Roland Stieger, beim Auswahlverfahren für die Leipziger Buchmesse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wie man neulich in einer Radiosendung hören konnte, sind die Leipziger ganz wild auf Schweizer Literatur. Dazu geäussert hat sich das Paar, welches im vergangenen Jahr als Literaturbeobachtende an Schweizer Literaturfestivals teilgenommen hatte, um in deutschen Medien darüber zu berichten. Zwei Verlage, die gerne von Deutschlands Buchhandel unter die Fittiche genommen werden würden, gehen an der diesjährigen Leipziger Buchmesse in die Offensive. Josef Felix Müller, mit seinem weit über die Ostschweiz hinaus bekannten Kunstbuchverlag Vexer und die St. Galler Verlagsgenossenschaft VGS. Die Publikationen der VGS, 1979 vom mehrfach ausgezeichneten Buchgestalter Jost Hochuli mitgegründet, werden heute betreut vom Atelier für visuelle Kommunikation TGG um Dominik Hafen, Bernhard Senn und Roland Stieger. Dieser legt nicht ohne Stolz den Plan der Ausstellungshalle in Leipzig auf den Tisch.

Älteres und Neueres im Gepäck

Die Schweiz, dieses Jahr Gastland in Leipzig, nimmt massenhaft Platz ein mit wandernden Büchern von Süden nach Norden. Kommende Woche zeigen rund 70 Verlage einen Querschnitt helvetischen Schaffens, ergänzt durch Lesungen, Präsentationen und musikalische Darbietungen. Und es soll kein schlechtes Omen sein, dass sich unmittelbar zwischen zwei Schweizer Ausstellungssektoren der Eingang zum Fluchttunnel befindet. Vexer und VGS haben zusammen vier mal vier Meter Ausstellungsfläche. Das lässt sich sehen und bietet schön Platz für Neuerscheinungen und ältere Bände. Josef Felix Müller nimmt neben «Klartext», dem zum letzten Film von Peter Liechti erschienenen Buch auch noch einige weitere Bücher des Filmemachers mit, die er mit ihm zusammen und über ihn veröffentlicht hat. Natürlich werden – neben zahlreichen anderen – auch die neulich publizierte Anthologie von Lorenz Olivier Schmid sowie die Neuerscheinungen von Wolfram Lotz und Erik Steinbrecher nicht fehlen.

Die VGS hat unter anderen Franz Zeier, Rolf Wirth, Richard Butz und Andrea Graf im Gepäck. Und Jost Hochulis «Buchgestaltung in St. Gallen» geht selbstverständlich auch mit. Die beiden nach Leipzig Reisenden schmunzeln, als das Gespräch auf die «Buchstadt» St. Gallen kommt. Wo doch jeder und jede wisse, dass die einzige wirkliche Buchstadt Leipzig heisse, deren Buchmesse-Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht – wenngleich St. Gallen mit der Stiftsbibliothek, den Sammlungen der Vadiana und im Textilmuseum ein riesiges Potenzial besitze, welches noch viel stärker zum Ausdruck gebracht werden müsste.

Zukunft für Nischenprodukte

Beide unterstreichen, dass sie an Anlässen in Deutschland immer wieder nach der aktuellen St. Galler Buchszene gefragt werden. Sie würden dann eben auf jene berühmte Bibliothek, die Sammlungen einerseits und auf die Geschichte und den Aufwind in der Buchgestaltung andererseits – die «Typo» etwa findet internationale Beachtung – hinweisen. Und natürlich halte man mit dem eigenen Verlagsprogramm nicht hinter dem Berg, im Wissen, dass es sich durchaus um Nischenprodukte aber im heutigen digitalen Zeitalter vielleicht auch schon bald wieder um sehr gesuchte Preziosen handeln könnte. Der Hauptgrund für ihre Teilnahme an der diesjährigen Buchmesse sei denn auch eine bessere Vernetzung. Bei dem Grossanlass würden viele Kontakte geknüpft – die wohl beste Voraussetzung für kleine Verlage, sich im Ausland einen Namen zu schaffen. Josef Felix Müllers Tochter Vera Ida, die als Künstlerin in Berlin lebt, hat bereits eine «Tochterfirma» Vexer in Angriff genommen – also auf direktem (Flucht-)Weg in die deutsche Hauptstadt.

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