Wasser in feinen Nuancen

Am 26. September wird das Schlossgarten-Restaurant in Schöftland zur Galerie: Die einheimische Künstlerin Claudia Anesini stellt aus.

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Aargauer Zeitung

Peter Siegrist

Wasser fasziniert die Kunstmalerin Claudia Anesini. Das Meer mit Wellen und Strand, Wasserfälle und stille Gewässer hat sie auf verschiedenen Gemälden dargestellt. Dabei fällt dem Betrachter auf, wie variantenreich die Malerin die Farbnuancen setzt, wie strichsicher sie die Bewegungen des Elements und die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche darstellt. «Es muss nicht immer das Meer sein, sagt Claudia Anesini, und sie nimmt zwei Bilder aus einem Gestell im Atelier, wo sie die Lichtstimmung an der Suhre eingefangen hat. Mit der Darstellung von Landschaften, Uferpartien - diese sind manchmal sehr detailgetreu, dann wieder fast abstrakt - spielt sie ihre kompositorische und technische Fertigkeit aus. Nebst Landschaften hat sich Claudia Anesini auch während Jahren intensiv mit der Aktmalerei beschäftigt. Viel Erlerntes, viele Aquarelle aus dieser Zeit nutzt sie zum Umsetzen von Figürlichem in den heutigen Bildern.

Licht und Schatten, zwei Seiten

Die Malerin liebt es, ihre eigenen Empfindungen in Landschaften darzustellen. «Wenn es mir gelingt, mit meinen Bildern die Betrachter zu berühren, dann habe ich ein Ziel erreicht. Zum Leben gehöre immer beides, sagt Anesini, Licht und Schatten. «Wir Menschen müssen beide Seiten annehmen». Bildlich hat sie das mit Menschensilhouetten dargestellt: Der Schatten folgt den Menschen auf Schritt und Tritt.

Claudia Anesini malt häufig vor Ort. Für grössere Formate skizziert sie mit Aquarellfarben ins Skizzenbuch und malt im Atelier vorwiegend mit Acrylfarbe auf Leinwand.

Akzente in Echtgold gesetzt

Zur Malerei ist Claudia Anesini über ihren Beruf gekommen. Sie hat Vergolderin und später Kirchenrestauratorin gelernt. Geht es in ihrem Beruf darum, alte Kunst zu erhalten und wieder herzustellen, manchmal Schichten freizulegen, so hält sie es beim Malen oft umgekehrt. Manchmal bleibt ein Bild fast skizzenhaft, in einem Wurf. Manchmal sind mehrere Schichten nötig, wobei sie mit Echtvergoldungen ein Motiv heraushebt und betont. Damit gelingt es der Künstlerin, den Blick des Betrachters ins Bild zu führen.

@ | www.claudiaanesini.ch

Ausstellung im Schlossgarten-Restaurant, Schöftland. Vernissage am 26. September, 18 Uhr. Öffnungszeiten bis im März 2010 täglich 8.30-24 Uhr.

«Neues muss man zulassen»

Claudia Anesini sprüht vor Energie und stellt sich immer wieder Neuem. «Neues muss man zulassen», sagt die Malerin. «Ich will Momente festhalten, und zwar meine Sicht des Augenblicks.» In Annäherung an ihren kunsthandwerklichen Beruf malt sie gelegentlich auch auf mit Kalk verputzte Leinwand. Die Farben verbinden sich mit dem nassen Malgrund wie bei einem Fresko. Viele von Anesinis Bilder entstehen im licht- durchfluteten Atelier im Dachgeschoss ihres Wohnhauses.

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