Vom Theatervirus befallen

Am kommenden Samstag, 9. Januar, beginnt in Oberentfelden die 101. Saison der Theatergesellschaft. Gespielt wird die Komödie «Hotel Mimosa» von Pierre Chesnot. In der Rolle von Frau Müller in den Flitterwochen ist Heidy Hunziker zu sehen.

Drucken
Teilen
Theater Oberentfelden

Theater Oberentfelden

Zur Verfügung gestellt
Heidy Hunziker

Heidy Hunziker

Zur Verfügung gestellt

Marcel Suter

Die Theatergesellschaft Oberentfelden feierte im vergangenen Jahr den 100. Geburtstag mit einem festlichen Jubiläumsprogramm. Die Jahrhundertwende brachte viel Sympathie für das Laientheater, einen Motivationsschub für die Theaterspielenden und eine neue Vereinspräsidentin. Nach neun Jahren gab Heidy Hunziker das Präsidium in die Hände von Patrizia Hängärtner. Nicht los geworden ist sie den Virus, der sie vor 30 Jahren befallen hat: Das Theaterspielen.

Erstmals auf der Bühne stand Hunziker anlässlich einer Abendunterhaltung in Zofingen. Sie selber war vom Erlebnis begeistert und Fachleute erkannten ihr Talent. «Bis 1989 war ich Mitglied der Theatergesellschaft Rothrist und half einige Jahre auch im Vorstand mit», erinnert sie sich. Dass der Wohnortwechsel 1990 von Zofingen nach Oberentfelden erneut in eine Theatergemeinde führte, machte Hunziker den Entscheid für die künftige Freizeitgestaltung einfach.

«Hotel Mimosa»

Das Theaterstück «Hotel Mimosa» wird 12-mal auf der Bühne der Turnhalle Dorf in Oberentfelden aufgeführt. Die Premiere findet am 9. Januar und die Derniere am 30. Januar statt. Das Ticket kostet im ersten Platz 25 und im zweiten Platz 20 Franken, es gibt ein attraktives Sonntags-Familienbillett. Tickets können im Vorverkauf vom 4. bis 29. Januar jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr unter 062 723 80 59 reserviert werden. Weitere Infos gibt es unter www.theateroberentfelden.ch.

«Bei der Theatergesellschaft Oberentfelden fand ich eine neue Bühne. Ich spielte bis auf wenige Ausnahmen jedes Jahr grössere oder kleinere Rollen und fühle mich bis heute sehr wohl», erzählt die auch mit der Volksmusik stark verbundene und beruflich auf der Gemeindeverwaltung Biberstein tätige Hobby-Schauspielerin. Hunziker war auch in Oberentfelden lange Mitglied im Vorstand und führte neun Jahre lang den Verein als Präsidentin. Mit der Jubiläumsfeier vor einem Jahr schloss sie das Vorstands-Kapitel ab.

in all den Jahren stand Hunziker in verschiedenen Rollen auf der Bühne. 1992 als Schriftstellerin, 1995 als Direktorin einer Nervenklinik, 1998 als Sekretärin Hildi Hartmann bei Buchhalter Nötzli oder 2009 als Dienstmädchen im Jubiläumsstück «Was ihr wollt» von William Shakespeare. «In bester Erinnerung bleibt mir die Rolle als Sekretärin von Buchhalter Nötzli, weil dieses Stück als Film- und Theaterklassiker bis heute bekannt ist», verrät sie. Am Samstag, 9. Januar, findet in der Turnhalle Dorf in Oberentfelden die Premiere zur Komödie «Hotel Mimosa» statt, welche Regisseur Rico Spring als Dialektfassung für die Theatergesellschaft Oberentfelden bearbeitet hat.

In einem Hotel in Südfrankreich spielen sich kuriose, geplante und ungeplante Szenen ab, die teils verwirrlich und unverhofft, stets aber spannend und höchst explosiv wirken. Hunziker spielt Frau Müller und lebt mit ihrem Mann auf einer Alp in der Schweiz in bescheidenen Verhältnissen. «Als gemütliches Schweizer Ehepaar verbringen wir in Südfrankreich im Hotel Mimosa unsere Flitterwochen», verrät die jungvermählte Braut. Mit ihrem Auftreten wirken die beiden im Gegensatz zu den anderen eher noblen Gästen und Bewohnern etwas «einfach und tollpatschig».

Wie es sich für ein temporeiches und «action»-geladenes, französisches Boulevardstücke gehört, eskaliert die Situation, weil alles auffliegt. Hunziker ist vom Stück begeistert. «Meine Definition von Theatervirus, nämlich die Fähigkeiten zu haben, sich in eine andere Person zu versetzen, sich so zu fühlen, zu denken und zu handeln, kann ich im ‹Hotel Mimosa› voll ausleben». Dabei profitiere sie noch heute von der Medizin, beim Lernen der Texte und Handlungen geistig aktiv und fit zu bleiben. Jedes Theaterstück sei zudem eine Teamproduktion mit vielen Akteuren auf, hinter und vor der Bühne. Für einmal wird alles unternommen, um die Ansteckungsgefahr nicht zu verhindern.

Aktuelle Nachrichten