Literaturfestival
Tauchgang in die Welt der Bücher an der «Buch Basel»

Vom 5. bis 8. November findet das Internationale Literaturfestival «Buch Basel» statt. Ein besonderer Schwerpunkt wird dieses Jahr auf das politische Geschehen in Europa, auf Griechenland und auf die Flüchtlingskrise gelegt.

Elena Manuel
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Beim Lesen vergisst man alles um sich herum.

Beim Lesen vergisst man alles um sich herum.

Dominic Büttner

Wenn in der Früh der Nebel über dem Rhein schwebt, gelbe Blätter leise zu Boden fallen und die Tage kürzer werden, ist es Zeit, zu Hause zu bleiben. Mit warmen Decken und guten Büchern. Mit Geschichten aus sonnigen Ländern, Abenteuern aus Wunderwelten, Verfolgungsjagden, herzzerreissenden Liebesgeschichten, Ritterturnieren, Biografien von Politikern, Machtmenschen, von Querdenkern oder, oder, oder. Die Auswahl ist unendlich — schwierig das passende Buch zu finden. Das internationale Literaturfestival Buch Basel könnte hier weiterhelfen.

In zwei Wochen eröffnet das Festival seine Türen. Vom 5. bis 8. November treffen sich die Stars aus der Welt der Buchstaben für drei Tage in Basel, zum Beispiel im Volkshaus am Claraplatz. Dort liest am Samstag, 7. November, die Mutter von Commissario Brunetti, Donna Leon, aus ihrem Neuling «Tod zwischen den Zeilen». An ihrer Seite wird die Schauspielerin Annett Renneberg mitlesen, die in den Brunetti-Verfilmungen die Sekretärin Signorina Elettra spielt.

Brennpunkt Europa

Einen besonderen Schwerpunkt legt Buch Basel dieses Jahr auf das politische Geschehen Europas, auf Griechenland und die Flüchtlingskrise. In verschiedenen Konstellationen diskutieren Autoren und Politiker über die Zukunft unseres Kontinents. In Diskussionsrunden befragen beispielsweise die Autoren Dzevad Karahasan, Adolf Muschg, Robert Menasse und Melinda Nadj Abonji die Rolle von europäischen Schriftstellern; wie grosse Werke die kollektive Wahrnehmung von Ländern und Zeiten prägen; welches Potenzial in der Literatur liegt – angesichts des erstarkenden Nationalismus und Fundamentalismus – und ob die Literatur Europa vor dem Untergang retten kann.

Zwei namhafte Politiker werden zudem im Volkshaus auftreten. Zum einen spricht Peer Steinbrück, der ehemalige Finanzminister Deutschlands, über die ländergreifende Beziehung zwischen Deutschland und der Schweiz. Zum anderen wird der ehemalige Bürgermeister Reykjavíks, Jon Gnarr, über seinen ungewöhnlichen Werdegang berichten, zu dem er das Buch «Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!!!» verfasst hat.

Musikalische und bildliche Texte

Zum Schwerpunkt Europa hat das Literaturfestival auch eine Ausstellung mit Fotografien in der Galerie BelleVue konzipiert. Jugendliche aus Basel wurden von Schülern der Schule für Gestaltung abgelichtet und von Gymnasiasten des Leonhards-Schulhauses interviewt. Aus dieser Zusammenarbeit ist ein Text-Bild-Projekt namens «eins:eins» entstanden, das die «Wünsche, Träume, Ängste und Perspektiven von Jugendlichen vor dem Hintergrund der europäischen Realität aufzeigt», wie Katrin Eckert, die Festivalleiterin an der gestrigen Medienorientierung erzählte.

Einen weiteren Schwerpunkt legt das Festival zudem auf die Verbindung und Vermischung von Text und Musik. Dazu finden eine Reihe unterschiedlicher Performances statt, die über die Klangdichte von gesprochenen Texten, Sprachen und Dialekten bis hin zu Spoken-Word-Veranstaltungen reichen. In diesem Zusammenhang begegnen sich erstmals Studierende vom Jazzcampus Basel und des Schweizerischen Literaturinstituts Biel. Gemeinsam untersuchen sie die Beziehung von Texten und Klängen in der Veranstaltung «Wer ist Ich?».

Zu guter Letzt: Im Rahmen der über 100 Veranstaltungen des Literaturfestivals wird der Schweizer Buchpreis am Sonntag, 8. November vergeben. Wer die nominierten Schriftstellerinnen und Schriftsteller kennenlernen möchte, kann sie an einer ihrer Lesungen treffen und sich vielleicht ein Autogramm ergattern.