Sprayer
Sprayer leitet neu das Singisenforum

Pirmin Breu ist neu der Leiter des Singisenforums, der Galerie für Gegenwartskunst in Muri. Er übernimmt die Aufgabe von Tanja Schmid und scheut sich nicht, zu provozieren.

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Übergabe

Übergabe

Aargauer Zeitung

Eddy Schambron

Vor genau 20 Jahren hat Pirmin Breu in Muri illegal gesprayt - und wurde erwischt. «Ich wollte schon damals Muri zu einer Kunsthochburg machen», sagte Breu bei der Schlüsselübergabe für das Singisenforum im Klosterhof, «leider wurde dies falsch verstanden.» Das Gleiche wolle er jetzt als Leiter des Singisenforums auch. «Ich hoffe natürlich, dass ich damit nicht wieder in Untersuchungshaft lande.»

Immer frisch

Pirmin Breu, 1972 geboren, hat nie die Kunstschule besucht, geschweige denn Kunstgeschichte studiert. Er habe sich gefragt, «ob ich überhaupt genug über die Kunst weiss, um ein solches Amt zu übernehmen.» Er sieht sich aber, nach 20 Jahren Kunstschaffen «an der Front», dazu in der Lage. Sein Ziel: «Etwas machen, was die Leute bewegt.» Ausstellungen, die niemand sehen will, könne nicht Sinn der Sache sein. Auch fasst Breu den Begriff Kultur weit. Als Beweis stellte er einen alten Kühlschrank aus der Wild-Villa auf den Klosterhof. So, wie die Ware im Kühlschrank immer wechselt und frisch ist, will er Ausstellungen organisieren.

Neue Wege suchen

Kunst darf Konventionen brechen, experimentieren, neue Wege suchen und überraschen. Das betonte Urs Pilgrim, Präsident der Kulturstiftung St. Martin. Mit Pirmin Breu seien die Voraussetzungen gegeben, dass es im Singisenforum lebendig bleibt. «Er bricht aus altbekannten Schemen aus, experimentiert, sucht Neues, Überraschendes.» Aber er respektiere auch Vergangenes.

Muri sei auch wegen der Klosterkirche ein bedeutender Ort der Kultur. Ebenso wichtig sei die zeitgenössische Kunst. Beim Brückenschlag zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Tradition und Innovation komme dem Singisenforum eine besondere Bedeutung zu. «Benny Frey hat seit 1997 bis 2009 jährlich vier bis sechs erfolgreiche Ausstellungen durchgeführt, seit Sommer 2009 hat auch die Nachfolgerin Tanja Schmid vier verschiedene spannende Facetten der modernen Kunst gezeigt», machte Pilgrim deutlich.

Mit Freilandkultur

Breu ist bereits aktiv geworden. Unter dem Titel «Freilandkultur» wird am 31. Juli der Film «Ueli de Pächter» gezeigt, am 1. August eine Vernissage mit sieben Künstlern stattfinden und der Film über den St. Galler Hans Krüsi gestartet. Vom 7. August bis 5. September gibt es eine Ausstellung mit «Gusti vo Huuse» (August Winiger von Hausen am Albis) und vom 11. bis 19. September stellt der Kunstschlosser und Künstler Werner Villiger aus Bünzen seine Figuren aus. Und im November werden 18 Künstler aus dem Freiamt zum Thema Caspar Wolf Kunstwerke schaffen.