Rockmusik
Ricky Harsh erinnern an den Dreck von damals

Mit ihrem versauten Rock und der frechen Attitüde katapultiert die Aarauer Band Ricky Harsh ihre Zuhörer zurück zu den Stones.

Flavia Bonanomi
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Die Aarauer Band Ricky Harsh.

Die Aarauer Band Ricky Harsh.

HO

Was soll man tun, wenn es wieder einmal gilt, eine Band zu bewerten? Ein Urteil zu fällen über ihr Können – und Nichtkönnen? Im Falle von Ricky Harsh kein schwieriges Unterfangen. Denn es reicht ein Wort: saugut.

Und weil das natürlich zu einfach wäre, hängen wir doch noch ein paar Worte mehr an. Heute Abend findet die Plattentaufe des ersten Studioalbums mit dem Titel «II» im KiFF in Aarau statt. Unweigerlich fallen einem beim ersten Hören natürlich vor allem die Namen anderer Bands ein, an die einen die Musik erinnert. Ricky Harsh klingen so neu wie die White Stripes zu ihrer Zeit, lassen die Melodien niemals zu kurz kommen, wie Mando Diao. Doch da sind auch Gitarrenriffs wie bei den Doors oder The Clash, ziemlich viel von den Eagles, vielleicht mischen auch Guns N’Roses etwas mit. Und die Stones natürlich.

Vergleich greift zu kurz

Aber Ricky Harsh sind kein billiger Abklatsch; und sie wollen es auch nicht sein. Ricky Harsh sind – harsch rockig. Man spürt ein grosses instrumentalisches Talent, noch grösseres musikalisches Feingespür, und eine Energie, wie sie nur eine entschlossene, junge Band an den Tag legen kann. Die dreiköpfige Band aus Aarau bestehend aus Jay (Gitarre und Gesang), Chris (Bass und Gesang) und Elias (Perkussion) hat Grosses vor: zuerst die Schweiz, dann die Welt, wer weiss, was danach noch alles kommt. Dafür suchen sie Sponsoren auf wemakeit.com (die Kampagne ermöglichte die Finanzierung von «II»), drehen absurd-komische und sympathisch-peinliche Videos, um sich zu vermarkten, und treffen damit den Nerv der Zeit.

Entschlossen ungreifbar

Ricky Harsh wissen, was sie wollen, was sie können – und dass sie noch ein Stückchen vor sich haben. Seit 2009 spielen sie zusammen, und bereits 2011 gingen sie beim bandXaargau als Sieger hervor. Jedem, der sie hören will, erzählen die drei Aarauer die Geschichte von Rick Martinez alias «The Harsh», der zu Beginn bei der Band dabei gewesen sein soll, bis er auf Nimmerwiedersehen in der Wüste von Mexiko verschwand.

Auch das ist Ricky Harsh: Eine Spur zu abgedroschen und durchgeknallt, als dass man sie einfach ignorieren könnte. Die Aarauer hauen rein und drehen durch, erzählen von ihren Träumen und ihren unsäglichen Visionen – alles dreckig, frech und von oben bis unten mit Schlamm und Rotz bedeckt.

Ricky Harsh, «II», ab heute im Handel.

Nächste Konzerte

Aarau Fr, 4.3, 20.30 Uhr, KiFF.

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