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Christian Jott Jenny «Traktanden nach Noten... il faut aime ce qu’on a».

Christian Jott Jenny «Traktanden nach Noten... il faut aime ce qu’on a».

Politshow mit Spott von Christian Jott

Der Sänger, Komiker und Gemeindepräsident Christian Jott Jenny gibt im neuen Programm Einblick in das Gemeindewesen von St. Moritz.
Rosmarie Mehlin

Als Christian Jott Jenny vor einem Jahr mit dem Liederabend «Quand on n’a pas ce q’on aime...» ins Millers in Zürich geladen hatte, war er zwar als Gemeindepräsident von St. Moritz gewählt, aber knapp noch nicht im Amt. Dass er jetzt von der Politbühne vorübergehend auf die Kleinkunstbühne wechselt, wirft die Frage auf: Ist das nun ein Ab- oder ein Aufstieg? Rein topographisch liegen rund 1400 Höhenmeter zwischen den beiden Wirkungsstätten. Aus Sicht der St. Moritzer wird es allerdings wohl nicht nur deshalb als Abstieg sein. Für uns Mittelländischen hingegen ist es zweifellos ein Aufstieg, vermittelt ein Abend mit Jenny doch höchst vergnügliche musikalische und satirische Höhenflüge. Zu diesen gesellen sich in seinem neuen Programm tiefe bis abgrundtiefe Einblicke in das Gemeindewesen von St. Moritz.

Ironie mit etwas Sarkasmus und Zynismus

«Traktanden nach Noten... il faut aime ce qu’on a» – schon der Titel lässt erahnen, dass Amt und Würden eines Gemeindepräsidenten nicht reibungslos neben einander hergehen. Würde reimt sich bekanntlich auf Bürde, was Jenny reichlich Stoff liefert, sein politisches Amt mit viel Ironie, gespickt mit einer guten Prise Sarkasmus und abgeschmeckt mit ein paar Tropfen Zynismus zu präsentieren. Bühnenmässig reisst sich der Herr Gemeindepräsident beispielsweise das Bestattungswesen unter den Nagel, was Jenny eine von vielen Gelegenheiten bietet, aus der Traktanden-Satire heraus- und in die musikalische Schatztruhe hinein zu steigen. Mit einem Medley der, an Beerdigungen laut Statistik beliebtesten Songs, lässt Jenny das Publikum ebenso zu «My Way» schwelgen, wie zu Fredy Quinns «Junge komm bald wieder» grinsen.

Noch eindrücklicher als in früheren Programmen stellt Christian Jott Jenny diesmal die Vielfalt seiner stimmlichen Fähigkeiten mitreissend unter Beweis. Logo – schliesslich hatte der Herr Gemeindepräsident einst als Sängerknabe in einer kleinen Solorolle mit Luciano Pavarotti auf der Bühne gestanden. Die Technik des ausgebildeten Operntenors transferiert Jenny mit Leichtigkeit auch in mitreissende Interpretationen von Jazz, Schlager oder Schweizer Liedgut. Er verwöhnt die Zuhörer ebenso mit Ohrwürmern von Irving Berlin und Gershwin, wie er das «Drum wänn’s eine git, mis Chind» aus der «Kleinen Niederdorfoper» einfühlsam und mit grossem Respekt vor Margrit Rainer interpretiert.

Begleitet wird der Sänger – wie könnte es anders sein – vom Zürcher Staatsorchester: In die Jahre gekommen, aber unverwüstlich schmissig werden Robert Weber (u.a. Keyboards, Flöte und Akkordeon), Bill von Arx (Gitarre), August E. Züger (Bass) und Philipp Scholl (Schlagzeug) unter Leitung vom Pianisten Andres Joho sowie sanft-schmelzend ergänzt von der Violinstin Noelle Grüebler Eins mit Christian Jott Jenny. Lust- und gleichzeitig massvoll unterstützen sie ihn bei seinen musikalischen Eskapaden, die von Hildegard Knef, Reinhard May zu Vico Torriani führen – mit einem winzigen Abstecher zu Giaccomo Puccini.

Die Blochers und die «Royal Mountain Tiger Alphorns»

Jeden Abend empfängt Christian Jott Jenny einen anderen Special Guest. Im Publikum waren es an der Premiere Christoph und Silvia Blocher; auf der Bühne Die «Royal Mountain Tiger Alphorns» mit – unter anderem – Hanspeter Danuser, dem ehemaligen Kurdirektor von St. Moritz. Ach ja – nicht vergessen werden darf Ricky. Der kleine Wuschelhund, jault zu den «Dorma Bein»-Geigenklängen seines Frauchens so wonniglich, dass er für einen Moment Jenny die Show stiehlt. Und das will etwas heissen.

Christian Jott Jenny «Traktanden nach Noten», 16. Nov Casino Theater Winterthur; 27., 28.und 29. Dez im Millers Zürich.

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