Volkstheater
«Oh mein Papa» und der Traum vom Zirkus

Oft wird er nostalgisch inszeniert, der «Schwarze Hecht». Dem Volkstheater im Amt ist es gelungen, den 70-jährigen Stoff ins Mettmenstetter Rössli der Gegenwart zu bringen. Sehr zur Freude des Publikums.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Thomas Stöckli

Zum 60. Geburtstag von Albert Oberholzer (Hans Peter Bachmann) hat die ganze Sippschaft den Weg ins Mettmenstetter «Rössli» gefunden. Tochter Anna hat sich für den runden Geburtstag eine besondere Überraschung ausgedacht. «Ach für meine Gesundheit würde ich sogar mein Leben lassen», singt der hypochondrische Gustav Oberholzer (Heiri Landis), nachdem er sich seiner Schutzmaske entledigt hat, und hustet rhythmisch dazu.
Mitten in die Familienidylle hinein platzt dann allerdings der verschollen geglaubte Bruder des Jubilaren. Mit seiner zauberhaften Frau Iduna (Dijana Vidovic) weckt «Onkelchen» Alois (Peter Achermann) alias Zirkusdirektor Obolski in Anna den Traum von der grossen Zirkuswelt - zum grossen Entsetzen der Familie.

Mit Gänsehaut-Faktor

Silvia Schneiter, Heidi Huter und Renate Michel mimen mit lustvoller Empörung das Terzett der spiessigen Tanten, denen der Zirkus ein Graus ist, während Ernst Thöni, Heiri Landis und Clemens Grötsch sich als deren Ehemänner nur mühsam dem Sexappeal der Zirkusprinzessin Iduna entziehen können. Besagte Iduna begeistert allerdings nicht nur die Herren Oberholzer, sondern auch das Publikum - mit ihrer Eleganz und Artistik, mit dem Lied vom Pony Johnny, insbesondere aber mit «Oh mein Papa», das für Gänsehaut sorgt.
Dem Publikum bietet sich noch manch humoristischer und artistischer, gesanglicher und schauspielerischer Höhepunkt, bis der als Festmahl geplante Hecht verkohlt ist und das Ensemble zum Abschluss nochmals vereint «Oh mein Papa» erklingen lässt.

Über 100 Proben

«Der schwarze Hecht» ist ein komplexes Stück, das sich eigentlich kaum für eine Laienbühne eignet. Seit Frühjahr sind die beiden Pianisten Mirco Bergo und Claudio Bernasconi unermüdlich daran, die umfangreichen Gesangsnummern mit den Darstellern einzuüben. In über 100 Proben - «so viele wie noch nie», betont Produktionsleiter Heiri Landis - hat Regisseur Johannes Peyer mit dem Volkstheater-Ensemble an Schauspiel und Artistik gefeilt.
Der Aufwand hat sich gelohnt, das Produkt kann sich sehen lassen: «Wo finden die nur die Leute, die das alles können» und «So gut waren sie noch nie», hörte man während der Pause an der Theaterbar.

Aufführungen im Gasthaus «Zum weissen Rössli» in Mettmenstetten: Mittwoch 6., Freitag 8. und Samstag 9. Januar, um 20 Uhr, Sonntag 10. Januar, um 16 Uhr, Mittwoch 13., Freitag 15., und Samstag 16. Januar um 20 Uhr, Sonntag 17. Januar um 16 Uhr, Mittwoch 20., Freitag 22., Samstag 23., Mittwoch 27., Donnerstag 28., Samstag 30. Januar um 20 Uhr, Sonntag 31. Januar um 16 Uhr.
Aufführungen in der Aula Ennetgraben: Freitag 5. und Samstag 6. Februar, 20 Uhr, Sonntag 7. Februar, 16 Uhr, Mittwoch 10. Februar, 20 Uhr.
Vorstellungsdauer ca. 2 1/2 Stunden. Pause im 2. Akt. Die Abendkasse und Bar wird 3⁄4 Stunden vor Theaterbeginn geöffnet. Reservierung unter Telefon 044 764 00 31 (Montag bis Freitag, 9 bis 11 Uhr) oder www.volkstheater-im-amt.ch.

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