Jodeln
Noch weit weg und doch präsent

Es dauert noch zehn Monate, bis die ersten Jodler nach Langenthal pilgern. Doch die Vorbereitungen für das 46. Bernisch-Kantonale Jodlerfest 2010 laufen auf Hochtouren. OK-Präsident Thomas Rufener sagt: «Die Initialisierungsphase ist abgeschlossen.»

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Jodler

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az Langenthaler Tagblatt

Tobias Granwehr

Am späten Nachmittag des 18. Juni 2010 werden die ersten Jodler das Stadtzentrum bevölkern - und somit das Jodlerdorf eröffnen. Bald danach starten auch schon die ersten Gesangswettbewerbe in den fünf dafür vorgesehenen Lokalen. Abgeschlossen wird der erste Abend des 46. Bernisch-Kantonalen Jodlerfestes in Langenthal mit einem Unterhaltungsabend in der Markthalle. So sieht es das Konzept des Organisationskomitees des Jodlerfestes 2010 jedenfalls vor. OK- und Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) bestätigt: «Das Gesamtkonzept für den Grossanlass steht.» Es wurde - ebenso wie das Budget - vom etwa 20-köpfigen Gremium bereits genehmigt. Die Initialisierungsphase sei somit abgeschlossen, die Festinhalte seien festgelegt worden - nun gehe es an die detaillierte Planung des Anlasses.

Festakt und Festumzug

Der Samstag stehe ganz im Zeichen der Gesangswettbewerbe, erklärt der OK-Präsident. Die fünf Gesangslokale sind: Die Reformierte Kirche, das Reformierte Kirchgemeindehaus, die Katholische Kirche, die Dreifachhalle Kreuzfeld und das Stadttheater. Der Wettbewerb für die Alphornbläser ist im Garten der «Alten Mühle» geplant, die Fahnenschwinger messen sich in der Dreifachhalle Hard. Daneben läuft während des ganzen Tages der Festbetrieb im Jodlerdorf in der Innenstadt. Auch der Samstagabend wird mit einem Unterhaltungsabend abgerundet. Am Sonntag folgen schliesslich zwei wichtige Programmpunkte: Der offizielle Festakt ist am Morgen. Rufener: «Bei schönem Wetter auf dem Kreuzfeldareal, bei Regen in der Markthalle.» Am Nachmittag folgt der Festumzug durch die Stadt - auf gleicher Route wie an der Fasnacht.

Obwohl die Detailvorbereitungen offiziell erst jetzt starten, ist das OK in einzelnen Bereichen bereits einige Schritte weiter. Rufener: «Wir müssen die nötige Infrastruktur reservieren, Lieferverträge abschliessen und vieles mehr bedenken, was nicht kurzfristig erledigt werden kann.» Mit der Arbeit des Organisationskomitees ist der Stapi sehr zufrieden. Es gehe speditiv und äusserst lösungsorientiert vor sich.

Am Gewinn partizipieren

Bereits vor einiger Zeit wurden Vereine aus Langenthal und der Umgebung kontaktiert, denn: Für das Fest braucht es laut Rufener gegen 1000 Helferinnen und Helfer. Es sehe gut aus, sagt er optimistisch. «Erfreulicherweise ist das Echo aus den Vereinen positiv. Viele sind interessiert, mitzuhelfen.» Immerhin: Schliesst die Rechnung des Jodlerfestes 2010 positiv ab, können die Helfer beziehungsweise ihre Vereine daran partizipieren. Gerade im Gastrobereich gäbe es zahlreiche interessierte Vereine - und sie sind auch willkommen. Wichtig ist dem OK in diesem Bereich jedoch eine gewisse Einheitlichkeit, gerade im Jodlerdorf. Es werde zudem ein Zentrallager für die Getränke und Lebensmittel geben und die Standbetreiber müssten sich an ein vorgegebenes Preisschema halten. Diese Aussagen Rufeners zeigen: Auch das Gastrokonzept ist weit entwickelt und in der Detailplanung.

Fünf bis sieben Hauptsponsoren

Mittlerweile ist das Budget für den Grossanlass ebenfalls bekannt. Es belaufe sich auf zirka 900 000 Franken, sagt Rufener. Diese Grössenordnung sei aber überhaupt nicht erstaunlich, das zeigten Erfahrungswerte vergangener Feste. Das Budget ist ausgeglichen, «doch es braucht natürlich Sponsoring dazu», sagt er und gibt sich zuversichtlich: «Zwar ist es auch stark wetterbedingt, ich gehe jedoch davon aus, dass der Anlass einen Gewinn abwirft.»

Das Sponsoring unterliegt dem OK-Präsidenten selbst. In den nächsten zwei Wochen würden Briefe an mögliche Interessierte verschickt. «Die Suche nach Hauptsponsoren ist bereits erfolgreich verlaufen», sagt Rufener. Er könne allerdings noch keine Namen nennen, da zuerst die Verträge ausgearbeitet und unterschrieben werden müssten. In diesem Konzept seien fünf bis sieben Hauptsponsoren vorgesehen. Willkommen sind zudem unzählige weitere Gönner. Dabei gebe es verschiedenste Unterstützungsvarianten, erklärt er. Auch Naturalleistungen sind möglich. Wichtig sei natürlich auch, dass die Gegenleistung definiert werde. Rufener betont indes: «Es soll sicher kein reines Sponsorenfest werden, sondern ein breit abgestützter Anlass im Zeichen des Brauchtums und der Gemütlichkeit.»

Festkartenpreis definieren

Noch bleibt bis zum Fest im kommenden Juni einiges zu erledigen. Als aktuellstes Beispiel nennt der Stadt- und OK-Präsident den Preis der Festkarte, die alle aktiven Teilnehmer des Jodlerfestes brauchen. «Der Festkartenpreis muss noch vom Vorstand des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes genehmigt werden.» Es sei die Idee im Raum gestanden, die Anreisekosten in den Festkartenpreis zu integrieren. Das sei jedoch nicht realistisch. «Vor allem jene Teilnehmer aus der näheren Umgebung wären dann stark benachteiligt», erklärt Rufener. Das OK ist mit den SBB hingegen in Verhandlungen für Pauschaltickets nach Langenthal. Die Festbesucher sollen schliesslich möglichst einfach, bequem und günstig in den Oberaargau reisen können.