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Maler Albert Anker soll bis 2022 in Ins ein Archiv mit Kunstpavillon erhalten

Ab 2022 soll ein «Centre Albert Anker» das intensive Künstler- und Arbeitsleben Albert Ankers archivieren, erhalten und vermitteln. Ein Drittel der Baukosten von 6 Millionen Franken ist gedeckt. Der Stiftungsrat ist guten Mutes.

Tildy Schmid
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Albert Anker-Stiftung Ins plant Ausbau des Ankerhauses zum Künstlerarchiv
16 Bilder
Der geplante Kunstpavillon
Kunstpavillon
Das Tenn als Empfang
Die Heubühne wird ein Ausstellungsraum
Pressekonferenz im Atelier
Im Garten Ankers
Architekt Marcel Hegg Presse und Stiftungsräte
Architekt Marcel Hegg erklärt
Die Rückseite des Ankerhauses
Bibel von Albert Anker
Stundenpläne im Atelier
Werkzeuge
Rebberg Ernte
Atelier
Albert Ankers Porträt "Fleissig/Appliquée" ist auf einer Auktion Schweizer Meisterwerke für 1.2 Millionen Franken versteigert worden.

Albert Anker-Stiftung Ins plant Ausbau des Ankerhauses zum Künstlerarchiv

zvg und Tildy Schmid

Um die Kunst- und historische Sammlung am Ort ihrer Entstehung weiter zu pflegen, soll im Albert Anker Garten ein Kunstpavillon als Schaulager betrieben werden. Über das 6 Millionen Franken teure Vorhaben informierte Stiftungsratspräsident Roger von Wattenwyl vor kurzem an der Medienorientierung in Ins.

Stiftung kümmert sich um das Vermächtnis

Die 1994 gegründete Stiftung bezweckt, Ankers Arbeits- und Wohnstätte im gegenwärtigen Zustand, sowie vorhandene künstlerische Werke und persönliche Gegenstände in der Inser Liegenschaft an der Müntschemiergasse 7, als Kulturgut zu erhalten.

Das Projekt «Centre Albert Anker» soll es ermöglichen, dem Künstler und Menschen Albert Anker in vielen persönlichen Facetten neu und aufregend zu begegnen. Seine Persönlichkeit, sein soziales Leben und Wirken fühlen sich an wie ein Schlüssel zum damaligen Zeitgeist – im erhaltenen Atelier wähnt man sich urplötzlich mitten in den Arbeitsjahren Ankers. Es scheint, Anker habe nur kurz das Atelier verlassen und würde sich im nächsten Moment wieder vor die Staffelei setzen und zum Pinsel greifen.

Ein Kunstpavillon im Garten

In der nordöstlichen Ecke des Gartens ist neu ein Kunstpavillon geplant. Dank seiner feingliedrigen Holzstruktur integriert er sich verheissungsvoll in das Geäst der Bäume und Sträucher. Der Massivholz-Pavillon nimmt spielerisch die Initialen des Malers auf, der Briefe gerne mit AAAA (Albert Anker à Anêt) unterschrieb.

Einfach, nachhaltig und energieschonend bildet der Kunstraum mit rund 100 Quadratmetern Raum für einen vielfältigen Umgang mit dem Stiftungsbestand. Die elegante Architektur schafft dank ihrer kompakten Form, dem vorgehängten Witterungsschutz und der Speicherfähigkeit des Holzes mit minimaler Gebäudetechnik ein konstantes Klima. Dies schont Umwelt, Betriebs- und Unterhaltskosten.
Jürg Schweizer, Stiftungsrat und ehemaliger bernischer Denkmalpfleger freut sich über neu eingetroffene Legate, einzelne Bilder, Aquarelle und Briefe, die dem Stiftungsrat in letzter Zeit vermehrt übereignet werden. «Diese Werke brauchen Platz, damit sie fachgerecht gelagert und den Besuchern präsentiert werden können.»

Anker wäre damit zufrieden

Ankers Wohn- und Atelierräume bleiben als Zeitzeugen unverändert, werden jedoch umfassend besser gesichert und die allgemeine Zugänglichkeit wird behindertengerecht erleichtert. Als Herzstück wird im überhohen ehemaligen Tenn der Empfangsbereich eingebaut und im Dachraum, der heutigen Heubühne, soll eine Ausstellungsfläche zum Leben und Wirken des Malers entstehen. Die in den 1970er Jahren im Ökonomieteil eingebaute Ferienwohnung soll zur Betriebswohnung für kulturell interessierte Mitarbeiter werden, die sich um Ausstellungen und Kulturvermittlung kümmern.

Die Bau- und Umbaukosten werden auf 5,4 Millionen Franken veranschlagt. Dazu kommen Betriebskosten von 600'000 Franken, gerechnet für fünf Jahre. Die total 6 Millionen Franken will die Stiftung mit einem Fundraising stemmen. «Ein Drittel des Geldes ist bereits zugesichert», betont Stiftungspräsident Roger von Wattenwyl. Zusätzliche Unterstützung erhofft man sich von Mäzenen und Stiftungen, zudem ist ein Fundraising auf der Website www.centrealbertanker.ch aufgeschaltet.

Noch fehlen vier Millionen Franken

Eine weitere Frage gilt den Betriebskosten. Wer stellt sie sicher? «Das Ankerhaus mitten im Dorf ist uns sehr wichtig», versichert Gemeindepräsident Kurt Stucki, «daher unterstützen wir das Vorhaben mit einem fest zugesicherten jährlichen Beitrag». Auch der Bund wird laut den letzten Mitteilungen (sda) wiederkehrende Beiträge aus dem Lotteriefonds sprechen, da das Albert Anker-Haus als schützenswertes «A-Objekt» eingestuft ist. Die Summe, die die Gemeinde Ins und der Kanton Bern an die Betriebskosten beiträgt, beläuft sich auf jährlich 45'000 Franken.

Hinweis

Weitere Infos und Bilder des geplanten Projekts finden Sie online. Noch bis am 16. Februar zeigt das Kunstmuseum Solothurn Zeichnungen und Aquarelle Ankers. Bis am 14. Juni sind in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny Anker Bilder aus der Sammlung Christoph Blochers ausgestellt. www.albert-anker.ch