Peach Weber in Wettswil
«Lange Witze müssen eine Hammer-Pointe haben»

Peach Weber zeigt sein aktuelles Programm «Peachfideel» am kommenden Donnerstag, 14. Januar, im Singsaal des Schulhauses Mettlen in Wettswil. Im «Anzeiger»-Interview sprach er nicht nur von Pointen und Blödelei.

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Peach

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Interview: Ute Ruf

«Anzeiger»: Peach Weber, finden Sie, dass Moritz Leuenberger Humor hat?
Zeitweise schon, er hat schon ein paarmal launige Reden gehalten, ich vermute aber, dass er einen Ghostwriter hat, und ich glaube nicht, dass er privat eine Stimmungskanone ist.

Haben Sie auch Ihre Leute, die Ihnen humoristische Einfälle schicken?
Ich bekomme viele Sachen zugeschickt, konnte aber bis jetzt noch praktisch nichts im Programm brauchen. Es muss schon zu mir passen, ich habe meine Art Humor und da muss ich die Sachen halt selber schreiben. Hat jetzt auch über 30 Jahre geklappt.

Sind Ihnen kurze oder lange Witze lieber?
Je kürzer, desto besser. Lange Witze müssen dann schon eine Hammer-Pointe haben, sonst verlaufen sie im Sand und sind Zeitverschwendung.

Haben Sie ein Pointen-Archiv?
Ich schreibe immer alles, was mir in den Sinn kommt, auf Karteikarten, das sind aber selten Witze, meistens sind es Wortspiele oder Ideen für ein Lied oder ein Gedicht.

Was halten Sie vom Aroser Humorfestival?
Ich war auch einmal da, finde es aber unnötig, das Zelt und alles Material noch höher auf einen Berg zu transportieren. Ich fände es besser, wenn es im Dorf stattfinden würde. Mein Problem mit Arosa sind einfach die 236 Kurven, bis man da oben ist.

Mir welchem Schweizer Komiker treffen Sie sich auch privat?
Mit niemandem aus der Show-Branche. Ich treffe mich privat lieber mit Leuten aus anderen Kreisen, ist interessanter.

Ihr Lieblingsferienland?
Die Schweiz. Ich bin kein grosses «Reisefüdli». Ich bin sehr gerne zuhause oder einen Tag lang in einer Stadt. Ich fahre dann gerne nach Luzern, spaziere in der Stadt herum, ein feines Essen, eventuell ins Kino oder eine kleine Schifffahrt und der Peachli ist wieder aufgetankt.

Was halten Sie von Kreuzfahrten?
Schiff bedeutet für mich Horror. Vor etwa 30 Jahren war ich eine Stunde lang auf einem Fischkutter und habe mir geschworen, nie mehr ein Schiff zu betreten. Viel später habe ich dann doch noch einmal eine Kreuzfahrt gemacht. Es war mir nie schlecht, es war mir aber auch nie gut. Ich kann das leider nicht geniessen.

Werden Sie einmal eine Biografie schreiben?
Vielleicht nach meiner Abschiedsvorstellung am 15. Oktober 2027 (www.peach2027.ch). Schon möglich, dass ich dann Zeit habe, die Biographie zu schreiben, vielleicht unter dem Titel: «Meine ersten 75 Jahre».

Was ist das Schlimmste am Älterwerden?
Dass es keine Hoffnung aufs Jüngerwerden gibt.

Was machen Sie später im Altersheim?
Ich werde mir drei rüstige Typen suchen und werde mit ihnen jassen, Billard spielen und um die AHV pokern ...

Gibt es ein Weiterleben nach dem Tod?
Diese Frage werde ich mir dann zwei Sekunden nach meinem Tod erstmals ernsthaft stellen.

Wenn Sie sich über jemanden ärgern, sagen Sie das gleich oder schweigen Sie meistens?
Ich überlege mir zuerst, ob ich wirklich recht habe mit meinem Ärger, gleich drauflosmotzen bringt meistens nichts.

Wann rasten Sie aus?
Sehr selten, meistens, wenn ich sehe, dass Kinder schlecht behandelt werden oder Idioten unverantwortlich im Verkehr herumrasen.

Wenn Sie nicht Komiker wären, welcher Beruf würde Ihnen auch gefallen?
Für mich ist und bleibt der Beruf des Lehrers der schönste Beruf. Mit Kindern arbeiten ist wohl etwas vom Sinnvollsten, was man machen kann.

Waren Sie ein guter Schüler?
Ich vermute mal, ich war nicht schlecht, denn ich musste nie gross lernen und hatte doch gute Noten. Im Zeichnen und Sport war ich eher eine Pumpe, Mathe und Deutsch eher ein Hirsch....lein.

Werden Sie auch für Schulen engagiert?
Ja, denn mein Publikum ist gemischt. Das geht von 6 Jahren bis 98. Bei Kindern sind es natürlich vor allem die Lieder, die ihnen gefallen.

Können Sie tanzen?
Diesen Anblick erspare ich der Umwelt, denn ich bin ziemlich selbstkritisch. Es gibt so viele gute Tänzer, was soll ich mich da einmischen?

Was werden Sie nie an Frauen verstehen?
Wie man sich mit Männern verstehen kann. Oder zumindest so tut als ob.

Haben Sie Ihren Witz vom Vater oder von der Mutter geerbt?
Ich habe wohl vom Vater die Trockenheit seines Humors und von meiner Mutter die grundsätzlich positive Einstellung geerbt. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön.

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