Martin Suter
Jetzt singt Geri Weibel

Präsentation des Spielplanes 2010/2011 am Schauspielhaus Zürich: Ein Musical, Projekte und Dramatisierungen. Vielleicht einer der Höhepunkte: Martin Suters Geri Weibel wird als Singspiel vertont.

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Martin Suter mit 62 an der Spitze der Bestsellerlisten

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Keystone

Marco Guetg

Ein Theaterwagen wird während der Spielzeit 2010/2011 des Schauspielhauses Zürich in der Stadt unterwegs sein. Es ist ein Animationsgefährt, mit dem das Schauspielhaus auf das Theater und nicht zuletzt aufs Programm aufmerksam machen will.

Einen Blick in diese Minibühne werfen konnte man gestern bei der Präsentation des Spielplanes 2010/2011, der zweiten unter der Direktion von Barbara Frey. Sie wird sie traditionsgemäss auch eröffnen: mit «Fegefeuer in Ingolstadt» der deutschen Autorin Marieluise Fleisser. Ebenfalls von der Hausherrin auf die Pfauenbühne gebracht wird gegen Ende der Spielzeit Tschechows «Platonow». In die Box des Schiffbaus schliesslich lädt Barbara Frey im Dezember zu einer Uraufführung. «A Dream Within a Dream» heisst das Projekt, eine theatralische Bearbeitung von Texten Edgar Allan Poes.

Zwei Freunde haben zusammen ein Singspiel geschrieben. «Geri» heisst es. Ja, es ist Martin Suters Geri Weibel, der es von der Kolumne auf die Bühne geschafft hat. Die Musik stammt zum Mundartmusical stammt von Stephan Eicher. Regie: Stefan Bachmann.

Jubiläumsjahr für Schweizer Dramatiker

2011 ist ein für die Schweizer Literatur spezielles Jubiläumsjahr. Vor 100 Jahren wurde Max Frisch geboren, vor 20 Jahren starb Friedrich Dürrenmatt. Niederschlag findet das im Spielplan. Lars-Ole Walburg wird am Pfauen «Die Panne» von Dürrenmatt inszenieren, während Heike M. Goetze einen Frauenblick auf «Stiller» werfen wird (Box/Schiffbau).

Barbara Frey versteht sich als Teil des Teams. Bei der Präsentation des Spielplanes gab es deshalb auch keinen Monolog der Chefin. Zur Wort kamen alle: die Dramaturginnen wie die Schauspieler wie die Leiterin des Jungen Theaters. Und so erfuhren wir im Wechselspiel, dass Frank Castorf erneut zu Gast sein wird – mit Gotthelfs «Schwarzer Spinne». Die Saison am Pfauen klingt mit einer Uraufführung aus – mit etwas von
René Pollesch, das noch «Fahrende Frauen» heisst.

Erstmals Gelegenheit zur Regie erhalten Barbara Freys Assistenten Hannes Weiler und Mélanie Huber. Weiler dramatisiert Stendhals «Rot und Schwarz», Huber ist noch auf der Suche nach einem zeitgenössischen Stück.

Zweimal im Schiffbau

Und die Halle des Schiffbaus? Zweimal wird sie bespielt. Gleich zu Saisonbeginn mit Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» in der Regie von Stefan Pucher. Im Januar dann heisst es an diesem Ort «Ödipus». Sebastian Nüblings Projekt mischt Aischylos, Sophokles und Euripides. Der allerletzte Tupfer der Spielzeit allerdings wird in der Stadt gesetzt. «Ciudads Paralelas/Parallele Städte» heisst die von Lola Arias und Stefan Kägi kuratierte Veranstaltung, die an verschiedenen Schauplätzen der Stadt Zürich stattfinden wird.

wwww.schauspielhaus.ch