Kunst
Hippie-Ausserirdische landen in Bregenz

Hippie-Aliens von Haegue Yang im Kunsthaus Bregenz: Die Südkoreanerin präsentiert Lichtobjekte und eine Grossinstallation. Die Südkoreanerin zeigt ihre bisher grösste Installation.

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Haegue Yang: Warrior Believer Lover, 2011 Medicine Men, 2010
6 Bilder
Haegue Yang: Three Kinds in Transition, 2008
Haegue Yang: Mountains of Encounter
Haegue Yang:Trustworthies, 2010 Luft und Wasser, 2002
Haegue Yang: Cittadella, 2011
Haegue Yang, Ausstellung in Bregenz

Haegue Yang: Warrior Believer Lover, 2011 Medicine Men, 2010

Sie leuchten bunt, tragen Strick und sind mit künstlichen Pflanzen und Perücken behangen: 33 von Haegue Yang entworfene Lichtskulpturen bevölkern wie eben auf der Erde gelandete Hippie-Ausserirdische eine ganze Etage des Kunsthauses Bregenz.

Die 1971 in Seoul geborene Yang, die nicht nur auf der Biennale in Venedig 2009 viel Beachtung fand, zeigt im Kunsthaus Bregenz ihre bisher grösste Installation aus etwa 200 Jalousien, die eine ganze Etage einnimmt. «Citadella», eine Art Lichtstadt, gewährt Besuchern mehrere Zugänge, die alle in Sackgassen enden. Bewegliche Scheinwerfer inszenieren dazu Lichtspiele. Gerüche aus Duftmaschinen – Erde, frisch geschnittenes Gras, Ozean oder schwefeliger Vulkan – betten den Besucher und die Besucherin in verschiedene Landschaften ein.

Zu Strawinskis Musik

Dreimal am Tag können Betrachter zu den neuen Lichtinstallationen Igor Strawinskys «Le Sacre du Printemps» hören. Die Objekte tragen Namen wie «Possessed hillbilly» (Besessener Hinterwäldler), haben als «Medicine Man» blutiges Haar aus roten Kabeln oder strecken einem Arme mit Schellen, Schwämmen und Lockenwicklern entgegen.

Jedes Objekt bringt seinen eigenen Kosmos mit. Beim Anblick der fantasievollen Gebilde Yangs versteht man denn auch Kurator Rudolf Sagmeister, der bei der Pressekonferenz am Donnerstag erzählte: «Es war für uns wie Weihnachten, als wir die Objekte Yangs auspackten.»

Als Einstieg sind auf einer Etage auch 16 ältere Arbeiten vertreten, teilweise noch aus der Studienzeit der Künstlerin. Mit dreieckigen und trapezförmigen Holzelementen teilte Yang den Raum neu ein. Zu sehen sind dort etwa die aus 80 Blättern bestehenden «Illiterate Leftovers» (2004), die sie zu einer Projektion verband.

In der Installation «Storage Piece» verband die Koreanerin Arbeiten, die bis ins Jahr 2004 entstanden. Da die Stücke nirgends gelagert werden konnten, waren sie von der Entsorgung bedroht. Haegue Yang lud sie auf Transportpaletten und deklarierte diese zum Werk.

Eine Herausforderung

Ihr eigener Erfolg schien der in Berlin und Seoul lebenden Künstlerin bei der Pressekonferenz fast unheimlich zu sein. Sie müsse ernsthaft darüber nachdenken, wie sich Praxis und Karriere verbinden liessen, erklärte sie dazu. Sie fühle sich «immer weniger verstanden». Dadurch bleibe sie aber auch hungrig, und das sei gut.

Es sei eine Herausforderung, «grosskotzig drei Stockwerke zu bespielen», sagte Yang über die Ausstellung im Kunsthaus Bregenz, das vom Schweizer Architekten Peter Zumthor 1997 entworfen wurde. Sie habe dafür ihren Mut zusammennehmen müssen. Kunsthaus-Direktor Yilmaz Dziewior sprach von einer «sehr besonderen» Ausstellung, da sie sowohl Neues als auch eine Retrospektive biete. (SDA)

Haegue Yang: Arrivals Kunsthaus Bregenz, bis 3. April. www.kunsthaus-bregenz.at

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