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«Habe gefunden, was zu mir passt»

Regina Buchli unterrichtet seit über 20 Jahren verschiedene Tanzrichtungen und seit über 10 Jahren hat sie ihr eigenes Studio in Beinwil am See. «Ich habe definitiv gefunden, was zu mir passt», sagt sie mit strahlenden Augen.

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Tänzerin Regina Buchli

Tänzerin Regina Buchli

Stadtanzeiger Baden

Carolin Frei

Mit der Eröffnung des eigenen Studios und der Gründung ihrer Tanzkompanie «DOU» hat sich die 45-jährige Regina Buchli einen Traum erfüllt. Aktuell ist sie mit dem Solostück «Macht 2 x 2 wahrscheinlich 4?» im Kanton unterwegs.
Um was genau gehts im neuen Programm? «Als Basis diente mir und meinem Bühnen- und Lebenspartner Sandro Azzati das Buch mit dem vielversprechenden Titel «Findet mich das Glück?» von Peter Fischli und David Weiss. Darin werden ausschliesslich Fragen wie etwa «Gibt es zu viel des Guten?» oder «Kann man alles falsch machen?» aufgeworfen. «Diese Fragen sind, wenn man sich denn darauf einlässt, ein tiefgründiger Spiegel unserer Existenz und können dementsprechend hinterhältig und lästig sein», sagt die Ballett-Tänzerin und Gymnastikpädagogin.

Ein nicht ganz einfaches Thema, dem sich die beiden Künstler verschrieben haben. Denn wie stellt man Fragen in einer Tanzeinlage dar? «Am Anfang stehe ich mit dem Rücken zum Publikum auf der Bühne und raufe mir die Haare. Gleichzeitig laufen ganz viele Fragen, die in unserem Programm umgesetzt werden, über den Bühnenboden. Der Besucher erhält dadurch eine ‹Hilfe›, die Inszenierung zu verstehen.» Regina Buchli betont aber: «Man sollte einfach offen sein, sich auf Ungewohntes einlassen und einfach geniessen. Man muss nicht immer alles mit dem Verstand erfassen können.» Wie lange feilen Sie an einem neuen Soloprogramm? «Das kann gut und gerne ein Jahr und mehr dauern. Es gilt, ein Konzept zu schreiben, die Umsetzung zu proben, die Musik auszuwählen und vieles mehr. Schlussendlich bleiben klare Sequenzen, aber auch Freiräume, die mich zum Improvisieren einladen.»

Improvisieren liegt Regina Buchli. Und das ist gut so. Denn vor Jahren musste sie, als sie mit einem Tanzpartner zusammen auf der Bühne herumhüpfte - beide in Miniröcken wohlverstanden - plötzlich improvisieren. «Mein Partner verliess, mitten in der Aufführung, wortlos die Bühne. Ich musste alleine weitermachen. Nach der Show verstand ich auch warum: Er hatte vergessen, die Unterhose anzuziehen.»

Überhaupt sei auf der Bühne alles ein wenig anders. So sei sie, nachdem ihr Tanzpartner stolperte und sie bei einem Pas de deux fallen liess, einfach wieder aufgestanden und habe bis zum Schluss getanzt. Danach musste man sie ins Spital fahren - Diagnose schwere Gehirnerschütterung. «Die Bühne setzt Kräfte frei, die man sonst nicht hat», sagt sie lachend.

Regina Buchli kann von ihren Bühnenauftritten allein nicht leben. Und dies, obwohl sie Auszeichnungen wie etwa den Förderungspreis der Pro Argovia «Pro Argovia Artists» 2004/2005 oder Beiträge des Aargauer Kuratoriums erhält. Deshalb erteilt sie nebenbei Ballettstunden oder unterrichtet zeitgenössischen Tanz. Auch Gymnastikstunden bietet sie an.
Wer sie nebst ihren Bühnenauftritten einmal anders erleben möchte, hat am 24. April Gelegenheit dazu. Am Tanzfest in Baden und Aarau wird sie ihr Können in einem Schaufenster zum Besten geben. Bei dieser Gelegenheit können alle, die sich fürs Tanzen interessieren, an verschiedenen Orten in der Stadt Tanzluft «schnuppern». Und wer nicht so lange warten möchte, kann die Künstlerin am 27. und 28. März im M.A. Studio in Rieden bewundern. Oder dann am 11. Juni an den Theatertagen in Lenzburg.

Weitere Informationen unter www.dou.ch

Bildlegende: Regina Buchli in ihrem Studio in Beinwil am See beim täglichen Training. Foto: cfr

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