Kunst

Gurlitt-Forscher finden neuen Fall von NS-Raubkunst

Bei der Erforschung der spektakulären Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt ist erneut ein Fall von NS-Raubkunst nachgewiesen worden. Die Experten konnten ein Frauenporträt des französischen Malers Thomas Couture (1815-1879) als Eigentum des hochrangigen jüdischen Politikers und Nazi-Gegners Georges Mandel identifizieren.

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Zum sechsten Mal ist in der Kunstsammlung Gurlitts NS-Raubkunst aufgetaucht. (Archiv)

Zum sechsten Mal ist in der Kunstsammlung Gurlitts NS-Raubkunst aufgetaucht. (Archiv)

Keystone/APA/BARBARA GINDL

Ein winziges repariertes Loch in dem Gemälde habe auf die Spur Mandels geführt, wie die Experten am Mittwoch mitteilten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einem wichtigen Ergebnis. Sie hoffe sehr, dass das Bild schnell an die Nachkommen des ursprünglichen Besitzers zurückgegeben werden könne.

Es ist der sechste Fall, in dem bei der 2012 beschlagnahmten Gurlitt-Sammlung NS-Unrecht nachgewiesen werden konnte. Die Entdeckung des riesigen Kunstschatzes in München und Salzburg hatte international für Aufsehen gesorgt.

Der Fund wird ab 2. November in einer Doppelausstellung im Kunstmuseum Bern und in der Bundeskunsthalle Bonn erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellungen öffnen am 2. November

In Bern liegt der Schwerpunkt der Ausstellung unter dem Titel "Entartete Kunst - beschlagnahmt und verkauft" auf der von den Nationalsozialisten verfemten Moderne, während Bonn den Fokus auf den NS-Kunstraub und die Folgen legt.

Das Kunstmuseum Bern zeigt dabei rund 200 Werke, von denen die meisten 1937 und 1938 in deutschen Sammlungen als "entartete Kunst" beschlagnahmt worden sind. Diese Bestände umfassen hauptsächlich Arbeiten auf Papier, darunter herausragende Werke des Expressionismus, des Konstruktivismus und der Neuen Sachlichkeit.

Die Details zu den zeitgleichen Ausstellungen in Bonn und Bern präsentieren die beiden Museen am Mittwoch 1. November an einer Medienkonferenz in Bern. Die Ausstellung dauert bis 4. März 2018. Gurlitt hatte seine mit Raubkunstverdacht behaftete Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht.