Flugzeugwrack spielt bei «Carmen» mit

«Ich habe schon allerlei Fahrzeuge in meinem Lieferwagen transportiert», sagt Oberflachs' Gemeindeammann Peter Feller, «aber ein Flugzeug? Das ist auch für mich etwas Neues.»

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Flugzeugwrack spielt bei «Carmen» mit

Flugzeugwrack spielt bei «Carmen» mit

Peter Belart

Das Opernprojekt «Carmen» kommt langsam in seine entscheidende Phase. Unzählige Kostüme sind genäht, in den nächsten Tagen beginnen die ersten Vorbereitungsarbeiten auf dem Spielgelände, die Kulissenbauten sind so gut wie fertiggestellt, der Transport der Stierkampf-Arena aus Minsk in die Schweiz ist für die zweite Juliwoche vorgesehen, und bereits treffen grössere Requisitenteile in Schinznach-Dorf ein.

Auch Jeep und Cabriolet

Eigentlich ist Oberflachs’ Gemeindeammann Peter Feller im OK für den Bereich Gastronomie zuständig. Aber weil er über ein dichtes Beziehungsnetz in Sachen Fahrzeuge verfügt, hat er halt noch einige Zusatz-Jöbli gefasst. Er hat für die Produktion einige Oldtimer gesichert, darunter einen Militär-Jeep und ein luxuriöses Cabriolet, und nach langer, hartnäckiger Suche fand er auch ein geeignetes Flugzeugwrack. Der in Wohlen domizi lierte Max Vogelsang versprach ihm das Gerippe einer GY20 Minicab.

Vogelsang hatte das damals noch funktionstüchtige, aber überholungsbedürftige Flugzeug vor vielen Jahren angeschafft – für seine Tochter Susanne! Sie sollte die Sanierung des Flugzeuges an die Hand nehmen und somit die Fliegerei von der Pike auf kennen lernen.

Aber bekanntlich entwickeln sich junge Menschen nicht immer genau nach den Plänen ihrer Eltern. «Irgendwann hatte ich das Interesse am Geradeausfliegen etwas verloren», erklärt sie mit einem zurückhaltenden Lächeln. Susanne Vogelsang ist heute eine der besten Akrobatik-Pilotinnen der Schweiz. Das Wrack blieb derweil ziemlich ausgeweidet sich selbst überlassen.

Nun hat Peter Feller die Reste des legendären Flugzeugs (siehe Kasten) in Wohlen abgeholt. Mit einigem Aufwand wurden sie in seinem grossen Lieferwagen untergebracht, festgezurrt und so nach Schinznach-Dorf gefahren. Hier erhielten sie in der Werkstatt von Schreinermeister Godi Hartmann eine vorläufige Bleibe. Er will das Wrack nach den Vorstellungen der Regisseurin Anette Leistenschneider «Carmen-gerecht» aufbereiten.

Die Frage, was denn nun Bizets «Carmen» mit einem Flugzeugwrack und einem Cabriolet aus den Vierzigerjahren zu tun hat, bleibt allerdings im Moment noch ein Geheimnis. Es gibt übrigens noch Tickets zu kaufen.