«Die Stimmung war extrem schön»

Fantoche ist Vergangenheit: Auch Duscha Kistler sagte Baden gestern Adieu – doch mit schönen Erinnerungen an das Festival.

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Aargauer Zeitung

Elisabeth Feller

Wo steckt sie? Überall. So hat das Publikum Duscha Kistler, die Künstlerische Leiterin von Fantoche, in den letzten Tagen wahrgenommen. Die zierliche Frau und ihr eingeschworenes Team haben die Bäderstadt während einer Woche zum Animationsfilm-Mekka geadelt. Selbst am gestrigen «Abbruch-Tag» - als ein Container nach dem andern vom Merker-Festivalzentrum abgezügelt wird - taucht Duscha Kistler einmal hier, einmal dort auf.

Kommentar

Sonne über Fantoche

Elisabeth Feller

Mitunter gibt sich das Wetter gut erzogen. Bis gestern hat es mit einem Kälteeinbruch gewartet. Sein Eingreifen bei Fantoche wäre auch unerwünscht gewesen. Das Festival war, meteorologisch gesprochen, so sonnig wie nie zuvor.

Der Erfolg ehrt zwei Partner, die aneinander von Festival zu Festival gewachsen sind. Das Fantoche-Team weiss, was es am Publikum hat, und umgekehrt. Damit beide ihrer Neugier auf eine der fantasievollsten Filmsparten frönen können, muss ein günstiges Umfeld wie in Baden/Wettingen vorhanden sein: eine erstaunliche Kinovielfalt.

Sie wird gerne als Trumpf angeführt, geht es um Badens kulturelle Attraktivität. Fantoche trägt hierzu massgeblich bei. Sein Erfolg ist hart erarbeitet - und das sollten jene, die selbstverständlich daran partizipieren, nie vergessen: die Stadt Baden genauso wie das Publikum.


elisabeth.feller@azag.ch

Neues Festivalzentrum: Ein Hit

In die Müdigkeit mischt sich das Glück über eine rundum gelungene 7. Festivalausgabe: Fantoche 2009 schliesst mit einem Rekord von 31 000 Besuchern - das sind 6000 mehr als 2007. Worauf führt Duscha Kistler den Erfolg zurück? Auf mehrere Gründe. Das neu auf dem Merker-Areal situierte Zentrum habe einen «Festival-Akzent» gesetzt, der sich nicht allein für die Festivalmacher, sondern auch für das Publikum als attraktiv - da zentral und einladend - erwiesen habe. Als weiteren Grund für den Erfolg führt Duscha Kistler den «stetig wachsenden Bekanntheitsgrad von ‹Fantoche› an. «Blumen» gibt es dann für das Publikum aus dem In- und Ausland. «Es ist neugierig und riskiert auch Besuche von Filmen, die ihm unbekannt sind. Sein Interesse an den so genannten ‹Making-ofs› hat uns bestätigt: Dieses Publikum will Filme nicht einfach konsumieren.» Gepunktet haben aber nicht allein Programm und Rahmenveranstaltungen, sondern auch die Kinos. Genauer: das «Trafo», wo es in drei Sälen eine «geballte Filmladung» zu sehen gab. Duscha Kistler rühmt die dortige Stimmung, «die extrem schön war». Lauter Superlative - und das von einer Frau, die von Berufes wegen kritisch sein muss. Duscha Kistler lächelt. Sie kann gar nicht anders, als solche zu verwenden. Deswegen beantwortet sie die Frage nach Highlights schlicht so: «Das Festival an sich machte mich glücklich.»

«Muto» - made in Baden

Halt, eine Extra-Freude gibt es. «Erinnern Sie sich noch an Blu?» Klar. Der italienische Strassenkünstler hat bei «Fantoche 2007» Bilder an die Mauern des Trafohäuschens gemalt, sie minim verändert, fotografiert und Teile davon in seinen Animationsfilm «Muto» integriert. Dieser gewann jetzt den Publikumspreis. Wie schön, dass die Quelle zu «Muto» in Baden sprudelt.

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