Christoph Croisé
«Die Musik füllt mich aus»

Christoph Croisé aus Niederlenz beherrscht sein Cello meisterhaft und weiss mit 16 Jahren ganz genau, wohin ihn sein Weg führen soll.

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Christoph Croisé

Christoph Croisé

Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Beatrice Strässle

Ich habe nicht gewusst, dass ein Cello so schön tönen kann, ich bin begeistert», ist von einer Konzertbesuche-rin zu hören. Das Cello spielte an besagtem Konzert der 16 Jahre alte Christoph Croisé aus Niederlenz. Dass er vor den Konzerten Stunden, ja manchmal sogar Tage vorher in höchster Anspannung lebt, ist ihm auf der Bühne nicht anzumerken. «Wenn ich spiele, ist das ganze Lampenfieber verschwunden», bemerkt er.

Werdegang

Christoph Croisé erhielt mit sieben Jahren seinen ersten Cellounterricht bei Katharina Kühne Schwarz. Seit 2007 wird er von Alexander Neustroev, Solo-Cellist im Tonhalle-Orchester Zürich, unterrichtet. In den Jahren 2006 bis 2009 war er mehrfach Preisträger beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb in den Kategorien Solo, Duo und Klaviertrio. Im Mai 2009 gewann er den 1. Preis beim 14. Internationalen Wettbewerb für junge Musiker «Petar Konjovic» in Belgrad in der Kategorie Cello-solo als Jüngster seiner Kategorie. Seit 2008 tritt er regelmässig in kammermusikalischen Konzerten in der Schweiz auf.

Schule und Musik – für mehr ist kein Platz

Schon jetzt ist sein Terminkalender angefüllt mit Konzertdaten, Tourneen und Meisterkursen. Gibt es denn überhaupt eine Zeit, in der er das Cello zu Hause lässt? «Nur, wenn ich in die Ferien gehe, aber das ist vielleicht einmal im Jahr rund zwei Wochen», erklärt er. Seine Schulferienzeit ist ausgefüllt mit Engagements. So bereitet er sich im Moment intensiv auf eine Tournee durch Deutschland, Österreich und Italien vor. Natürlich locken auch Partys mit den Gleichaltrigen. «Ab und zu geh ich an Feste, aber wenn ich dies zu häufig mache, kann ich mein musikalisches Ziel vergessen», meint er bestimmt.

Zurzeit besucht er das Gymnasium der Alten Kantonsschule in Aarau mit Akzentfach Mathematik. Wenn Christoph Croisé seinen Tagesablauf erläutert, dann wird klar: Für etwas anderes als Musik und Schule bleibt keine Zeit.

Die Familie steht dahinter

Vorbehaltlose Unterstützung erhält er von seiner Familie. «Es ist toll, auf die Familie zählen zu dürfen. Sie organisieren meinen Terminkalender und bei Wettbewerbe und es ist immer jemand mit dabei. Diese zusätzliche mentale Unterstützung schätze ich sehr». Getragen und bestätigt fühlt sich der junge Musiker auch beim Sponsoring. So erhielt er beispielsweise Beiträge aus dem Programm «Kulturdünger» des Stapferhauses und auch die Hypothekarbank Lenzburg glaubt an sein Können.

Mit seinem ungeheuren Willen, gepaart mit viel Talent, geht Christoph Croisé seinem gesteckten Ziel entgegen. Gibt es denn für den sympathischen jungen Mann etwas, was ihm bei alledem zutiefst zuwider ist? «Klar, wenn ich mit dem Cello bei Regen mit dem Fahrrad auf den Bahnhof fahren muss», schliesst er lachend.

Konzerthinweis: Donnerstag, 17. Juni, 19 Uhr, in der Aula der Alten Kantonsschule Aarau. Cello und Klavier mit Dimitri Demiashkin.