Totentanz

Britischer Filmemacher lässt den «Tod zu Basel» wieder auferstehen

Wo einst der 1805 der Spitzhacke zum Opfer gefallene Basler Totentanz zu sehen war, zeigt der britische Filmemacher Peter Greenway ab Freitag eine Filminstallation auf 18 aus Holz gefertigten Grabmälern.

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Der Basler Totentanz wurde um 1440 auf die Innenseite der Friedhofsmauer der Predigerkirche gemalt.

Der Basler Totentanz wurde um 1440 auf die Innenseite der Friedhofsmauer der Predigerkirche gemalt.

Heinz Dürrenberger

Greenaways "The Dance of Death - der Tanz mit dem Tod" besteht aus über 40 Kurzfilmen, die auf Bildschirmen auf den für das Spektakel erstellten Grabmälern gezeigt werden. Zwölf von diesen stehen am Originalplatz des einstigen Basler Totentanzes, dem früheren Friedhof der Predigerkirche, sechs weitere befinden sich in der Kirche selbst.

Macht des Todes

"Zwei Dinge halten uns alle in ihrem Bann: Eros und Thanatos - Sex und Tod. Sie sind nicht verhandelbar, wir entkommen ihnen nicht", wird Peter Greenaway auf der Internetseite der Initianten zitiert. Initiiert haben das Werk die Kulturvermittler Carmen Bregy und Matthias Buschle sowie der christkatholische Pfarrer Michael Bangert.

Der Basler Totentanz sei vielen als Wort ein Begriff, was er eigentlich war, wissen aber nur wenige, sagte Buschle auf Anfrage. Daher wollten sie einen Totentanz zeigen - einen von heute allerdings. Auf Greenaway sei man gekommen, weil dieser viel mit Kunstgeschichte und über das Thema gearbeitet habe. Nach einem halbstündigen Gespräch habe er zugesagt.

Der Totentanz ist eine Darstellung der Macht des Todes über die Menschen, die in Europa ab dem 15. Jahrhundert auftritt: Der Knochenmann fordert Vertreter und Vertreterinnen der verschiedenen Stände zum Tanz. Der Basler Totentanz wurde um 1440 auf die Innenseite der Friedhofsmauer der Predigerkirche gemalt.

Neu interpretiert

1805 wurden der Friedhof aufgehoben und die Mauer abgerissen. Bürger sicherten Fragmente der Bilder, die sich heute im Historischen Museum Basel befinden. Greenaway interpretiert nun den Totentanz mit filmischen Mitteln neu.

Das Budget für die Umsetzung der Installation beträgt laut Buschle 600'000 Franken. Bis auf 50'000 Franken habe der Betrag mit Beiträgen der Lotteriefonds der beiden Basel sowie von Stiftungen und weiteren Spendern gedeckt werden können.

Zu sehen ist der neue Basler Totentanz bis zum 30. November. Dazu gibt's ein Begleitbuch sowie ein Rahmenprogramm, etwa mit Konzerten und Vorträgen oder kleinen Sonderschauen in Basler Museen. Später möchten die Initianten, die zusammen den Verein Totentanz bilden, das Spektakel auch in anderen Städten zeigen, wo es einst einen Totentanz gab.