Art Basel
Art Awards: Gewinner sind überzeugender als Ausstellung

Preis-Segen zum Beginn der Art Basel: Das Bundesamt für Kultur vergibt seine Preise für Kunst und Design und unterstützt damit vor allem junge Kreative.

Simon Baur
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Eine der Gewinnerinnen: Isabelle Mayer aus Frick.

Eine der Gewinnerinnen: Isabelle Mayer aus Frick.

Roland Schmid

Rechtzeitig zur Art Basel präsentiert das Bundesamt für Kultur die Preisträger des Swiss Art Awards und die Swiss Design Awards. Die Ausstellungssituation ist auch in diesem Jahr so unbefriedigend wie eh und je. Es herrscht ein Durcheinander von Kojen, Wänden und Installationen, ein Gewirr von Kunst, in dem man sich nur schwer zurechtfindet.

Umso überzeugender sind die Gewinnerinnen und Gewinner. Die Design-Preise wurden in den Bereichen Mode- und Textildesign, Grafik, Mode, Produkte und Objekte sowie Mediation und Szenografie vergeben. Besonders aufgefallen ist die Präsentation von Isabelle Mayer. Die junge Designerin, die im aargauischen Frick lebt und arbeitet, orientiert sich in ihren Arbeiten an der Kunst des Surrealismus und entwickelt daraus witzige Kleider und Accessoires, aufblasbare oder gefiederte Schuhe, skurrile Sonnenbrillen mit Vogelköpfen oder Handtaschen aus «Faux-Livres».

Wer ihre Produkte trägt, fällt garantiert auf. Auch der in Basel aufgewachsene und heute in Münchenstein arbeitende Secondo Sandro Marzo ist mit einem Preis ausgezeichnet worden. Marzo produziert, zusammen mit Kollegen, hochwertige, individuelle und authentische Männermode, die auch von Frauen getragen werden kann. Alle Entwürfe werden in der Schweiz, Italien und in Serbien produziert, wobei ausschliesslich Naturmaterialien wie Schweizer Spitzen, japanische Kaschmirwolle, italienische Seide, Leder und Porzellan verwendet werden.

Spannender Jahrgang

Innovation und Liebe fürs Detail lässt sich auch für die Swiss Art Awards konstatieren. Mit Andreas Dobler wurde ein über fünfzigjähriger Künstler ausgezeichnet, der es schon immer verstanden hat Themen und Genres in überraschender Weise zu kombinieren. Seine Mitgewinner sind deutlich jünger. Besonders auffällig ist Jessica Poochs Installation «Your Structure Is My Skin» zeigt eine grosse Kloanlage, deren Türen aber in einen leeren, von Wänden umgebenen Raum führen.

Tobias Kaspar kombiniert in «The Street (Chinatown)» heterogene Materialien zu einer narrativen Gesamtinstallation, die zwischen Pop-Art, Mode, Design und Kunst changiert. Klare Setzungen zeichnen die diesjährigen Ausstellungen aus, Ästhetik wird zwar gross geschrieben, doch werden wieder vermehrt Inhalte und diskursive Geschichten vermittelt.

Swiss Art und Design Awards: Messe Basel, Halle 4. Bis 21. Juni. Täglich 10 bis 19 Uhr. Eintritt frei. Mehr Informationen erhalten Sie hier.