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Bruno Ganz’ Nachfolger mit dem Iffland-Ring

Einen Tag nach der Beisetzung von Bruno Ganz ist nun klar: Der Iffland-Ring für den «würdigsten» Schauspieler geht an den Hamburger Jens Harzer.
Jens Harzer. (Bild: Imago)

Jens Harzer. (Bild: Imago)

Der Iffland-Ring gebührt laut Statut dem «Würdigsten» unter den Schauspielern im deutschsprachigen Raum. Der im Februar verstorbene Bruno Ganz trug ihn rund 20 Jahre. Gestern wurde bekannt, dass Ganz den deutschen Schauspieler Jens Harzer per Testament zum neuen Träger des Iffland-Rings erkoren hat, das gab Österreichs Kulturminister Gernot Blümel bekannt.

Harzer spielte im «Tatort» und «Babylon Berlin»

Harzer sei ein Schauspieler, der durch sein facettenreiches Schaffen auffalle, sagte Blümel. Jens Harzer, am 14. März 1972 in Wiesbaden geboren, machte seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Ab 1993 arbeitete er 16 Jahre lang in den Münchner Kammerspielen und am Bayerischen Staatsschauspiel. 2009 wurde er Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg. Er war wiederholt bei den Salzburger Festspielen zu sehen, zuletzt 2018 in «Penthesilea».

Bekannt ist Harzer auch aus dem Fernsehen, wo er unter anderem im «Tatort» oder in der Serie «Babylon Berlin» zu sehen war. Harzer ist Träger zahlreicher Auszeichnungen und wurde zwei Mal von der Zeitschrift «Theater heute» zum «Schauspieler des Jahres» gewählt.

Bruno Ganz hatte gemäss der Statuten ein versiegeltes Couvert hinterlassen, in dem die Nachfolge des Ringträgers geregelt wurde. Am Tag nach der Beisetzung, bei der Harzer einen Brief des Dramatikers Botho Strauss verlesen hatte, wurde das Couvert geöffnet. Bruno Ganz, der im Februar einer Krebserkrankung erlegen war, hatte den Ring einst vom österreichischen Schauspieler Josef Meinrad (1913–1996) erhalten. Ganz soll zunächst seinen fast gleichaltrigen Bühnenkollegen Gert Voss als Nachfolger bestimmt haben, der schon bei Meinrads Tod als Kandidat gehandelt worden war. Voss starb aber 2014. Wer den Iffland-Ring bekommt, muss sich innerhalb von drei Monaten bereits für einen Nachfolger entscheiden und den Namen im österreichischen Kunstministerium deponieren. Meinrad, Ringträger seit 1959, hatte seine letzte Verfügung 1984 geändert: «Mein Wunsch ist es, dass nach meinem Tode Bruno Ganz den Iffland-Ring erhält», hiess es in dem Brief ohne nähere Begründung.

Traditionell geht der Ring nur an Männer

Die Auszeichnung wird traditionell bisher nur an Männer weitergegeben, was jüngst für Kritik sorgte. Für Schauspielerinnen gibt es den (weitaus weniger bekannten) Alma-Seidler-Ring; er wurde 1978 von der österreichischen Bundesregierung als weibliches Gegenstück zum traditionsreichen Iffland-Ring gestiftet. (sda)

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