Bruchlinien

Ausstellung Man denkt an eingebrochene Turnhalle-Decken, an von Erdbeben zerstörte Häuser, Spuren eines Bombenanschlags. Oscar Tua- zon, 1978 geboren, versteht seine Kunst als Indikator des Spannungsverhältnisses zwischen Architektur und Natur.

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Ausstellung

Man denkt an eingebrochene Turnhalle-Decken, an von Erdbeben zerstörte Häuser, Spuren eines Bombenanschlags. Oscar Tua- zon, 1978 geboren, versteht seine Kunst als Indikator des Spannungsverhältnisses zwischen Architektur und Natur. Er benutzt einfache Baumaterialien - für die Arbeit im Bild sind es Beton, Rippenstahl und Maschendraht -, um damit an Zerfall gemahnende Bilder herzustellen.

Über der Betonskulptur hängt schwer eine horizontal an die Decke gehängte und mit Wasser gefüllte Leinwand. Wie lange sie hält, bleibt offen. Die Ausstellung «Displaced Fractures - Über die Bruchlinien von Architekturen und ihren Körpern» im Migros-Museum für Gegenwartskunst in Zürich ist eine Wucht. Die Arbeiten spüren dem Brüchigen, Porösen, Fragilen des Menschen, den Rissen in seinem Dasein nach.

Auch ein Schwergewicht wie Ulrich Rückriem, geboren 1938, ist mit dabei und zeigt eine granitene Bodenarbeit. Der 1979 geborene St. Galler Kilian Rüthemann hat einen Schaumstoffblock ausgehöhlt und in einen sarkophagähnlichen Behälter verwandelt; ein Stück Fensterfront ist mit Gips verkleidet. Der unprätentiöse temporäre Ort der Institution in den Hubertus Exhibitions in Zürich steuert das seinige zum guten Gelingen der Gruppenausstellung bei. (ubs)

Displaced Fractures, Migros- Museum, Albisriederstr. 199a, Zürich, bis 20. Februar

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