Breites stilistisches Spektrum

Pirmin Bossart
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Das dritte Album von Andra Borlo lässt eine gereifte Sängerin hören, die sich in einem breiten stilistischen Spektrum bewegt und sich wohl fühlt darin. Es ist ihr bestes Album bis jetzt, weil die elf Songs vielfältig arrangiert sind und in den mehrheitlichen Balladen gezielt auf das Potenzial der Stimme eingehen. Mehrere Songs singt Andra Borlo auf Spanisch, was dem dunklen Timbre der Stimme eine besondere Note gibt: Hier kommt auch die Emotion besonders intensiv zum Tragen.

«Universo» ist inspiriert von amerikanischem Soul, Blues und Pop. Einen besonderen Geschmack verleihen die alten Orgelsounds, die Beni Mosele beigetragen hat. Der vor allem als Filmkomponist tätige Sounddesigner ist verantwortlich für die Orchestrierungen. Er hatte schon Borlos zweites Album in Buenos Aires produziert. Noch prägender sind auf dem neuen Album die südamerikanischen Einflüsse wie Tango, Bossa Nova und die Lyrik argentinischer Volksmusik, für die sich Andra Borlo spätestens seit ihrer Heirat mit dem argentinischen Gitarristen Carlos Ramirez geöffnet hat.

Schon mit ihrem ersten Soloalbum «New York Diary» (2006) erweiterte Borlo ihren Acoustic-Pop mit Instrumenten wie Oboe und Violine. Auf dem Nachfolger «Pieces of Buenos Aires»(2009) öffnete sich die Musik mit dem Bandoneon für lateinamerikanische Atmosphären. Auf «Universo» verleihen die argentinischen Musiker Carlos Ramirez (Gitarre) und Schlagzeuger Pablo Lacolla sowie der Flötist Juan Manuel Gomez aus Barcelona dem Sound seine Leichtigkeit und Herzwärme. Dazu kommen die gelegentlichen Backing Vocals der Sängerin Marie Daniels. Weitere Gastmusiker mit kurzen Beiträgen sind Aurel Nowak (Trompete) und Richard Koechli (Gitarre).

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