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Kabarett: Bonaparte, Trump und die EU

Alle bekommen ihr Fett weg in «Ergötzliches». Thomas Götz’ neues Programm in Weinfelden steht im Zeichen des Wahlherbsts und der übrigen Welt.
Dieter Langhart
Frauenquote in «Ergötzliches»: Satiriker Thomas Götz als Sabine Schnyder. (Bild: Andrea Stalder)

Frauenquote in «Ergötzliches»: Satiriker Thomas Götz als Sabine Schnyder. (Bild: Andrea Stalder)

Ausverkauft. Wie immer, wenn Thomas Götz vom Leder zieht und das Publikum zum Lachen bringt. Alle sind da: Stammgäste und Gwundrige, der Politiker mit Gattin und der Nachbar von nebenan, nur die Jungen sind in der Minderzahl. Alle kommen sie dran bei Satiriker Götz: die eidgenössischen Parteien und ihre Politiker, die EU und der Weltenherrscher im Weissen Haus.

Und natürlich treten alle ­Goetz’schen Figuren auf: Napoleon Bonaparte und der Narr, der parteilose Arnold Schnyder und Schwester Sabine Schnyder von der SP, Götz selber. Nicht zu vergessen Daniel Felix, der filmt, was auf der Bühne nicht stattfinden kann; nicht zu vergessen die Musik und der Gast, das einzige Wechselelement bei den drei Abenden.

Macrons Waterloo und Theresas Mayday

Bonaparte ist unbestritten. In hohen Stiefeln klackt er auf die Bühne, deponiert Hut und Mantel widerspruchslos bei zwei Zuschauern in der ersten Reihe, hebt an zu seiner Rede an die Nation – in einem Gilet jaune von Louis Vuitton. Macron mit seiner Kukident-Politik laufe auf dem Zahnfleisch und stehe vor seinem Waterloo. Bonaparte werde dafür sorgen, dass sich die EU der Schweiz anschliesst und Bern Brüssel ablöst. Schallendes Gelächter, abgelöst vom Jazz-Quartett «Die schöne Geste» um Sängerin Corinne Schönholzer und mit dem Sohn eines Ex-Nationalrats am Klavier, die bereits vor zwei Jahren bei «Ergötzliches» zu hören waren.

Thomas Götz blickt hinter die Tür von Downing Street 10 und prophezeit Mayday am 29. März, schwenkt zum Papstbesuch in Abu Dhabi und fragt sich, wie wohl der Vatikan mit der Pädophilie umgeht (da wird’s etwas klebrig), nimmt Bundesrat Cassis aufs Korn und die Stadtratswahlen in Weinfelden – Grundtenor Abwahlen. Schwenkt dann zu den bevorstehenden Wahlen und mokiert sich über die Hausbesuche von Parteimitgliedern.

Von Klimawandel über Trump zum Gast
Monika Egli-Alge

Sabine Schnyder sieht ihre SP in einem «Formtief», darf dafür ans Casting beim See-Burgtheater für «Arsen und Spitzenhäubchen» – gelungen ist die Breitseite aufs Kulturamt, das dasselbe Stück an den Schlossfestspielen Hagenwil unterstützt.

Das Programm springt weiter zum Klimawandel, hält sich allzu lange bei «Trömp» auf, als Gast gibt Monika Egli-Alge vom Forensischen Institut Ostschweiz Forio Auskunft, und bissig reimt der Narr über die Schweizer Politik. «Regieren soll nur ich, der Narr.» Nach der September-Staffel von «Ergötzliches» bietet «Ergötzliches» zwei Abende rund um die Wahlen (17./24.10.).

Hinweis

Sa, 23.2., 20.15 Uhr, Theaterhaus Thurgau Weinfelden; Restkarten an der Abendkasse

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