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Blutloser «Tatort» im Innerschweizer Edel-Internat

Ein Lastwagen kommt aus dem Dunkel, eine junge Frau macht einer Kamera schöne Augen, ein junger Mann hastet dem Polizeiposten entgegen – und besinnt sich im letzten Moment eines anderen: Mit ein paar Handlungsschnipseln setzt der zehnte Schweizer «Tatort» ein, bei dem Markus Welter Regie
Rolf App
Eine Tote gibt Rätsel auf: So fängt der zehnte Schweizer «Tatort» an. (Bild: srf/Daniel Winkler)

Eine Tote gibt Rätsel auf: So fängt der zehnte Schweizer «Tatort» an. (Bild: srf/Daniel Winkler)

Ein Lastwagen kommt aus dem Dunkel, eine junge Frau macht einer Kamera schöne Augen, ein junger Mann hastet dem Polizeiposten entgegen – und besinnt sich im letzten Moment eines anderen: Mit ein paar Handlungsschnipseln setzt der zehnte Schweizer «Tatort» ein, bei dem Markus Welter Regie geführt hat. Der Lastwagenchauffeur nickt kurz ein, hört einen Schlag und hält an. Eine Tote liegt auf der Strasse. Er gerät in Panik und ergreift die Flucht.

Reto Flückiger fällt etwas auf

Weil er unterwegs die Polizei verständigt, findet die ihn rasch, der Fall scheint schon nach zehn Minuten gelöst. «Habt ihr gesehen», sagt Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) zu seiner Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) und zur Gerichtsmedizinerin Corinna Haas (Fabienne Hadorn): «Habt ihr gesehen, sie hat das Kleid falsch herum an.»

Im Clinch mit der Bundespolizei

Auch anderes stimmt nicht. So dass der Lastwagenfahrer schon bald als unschuldig entlassen werden kann. Ava Fleury (Ella Rumpf), das vermeintliche Unfallopfer, ist nämlich ermordet worden. Und da sie von ihrem steinreichen Vater (Luc Feit) in einem Internat der gehobenen Klasse untergebracht ist, geht die Suche nach dem Täter dort weiter. Dort und im Hotel National, wo sich Fahd al-Numi (Hassan Akouch), einer der Verdächtigen, bei seinem einflussreichen Bruder verschanzt hat. Der geniesst als Diplomat seines Landes Immunität, was Reto Flückiger nur am Rande zu kümmern scheint.

Diplomatische Verwicklungen mit dem einflussreichen Emirat, zu dessen Herrscherfamilie die Numis gehören, befürchtet dagegen die Bundespolizei – während Reto Flückiger für einmal die Protektion seines Vorgesetzten Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu) geniesst bei den Ermittlungen, die immer komplexer werden. Flückiger ist übrigens verliebt, aber ganz unauffällig («Das ist privat»), während sich zwischen Corinna Haas und dem eifrigen Praktikanten Silvan Bühler (Mario Fuchs) etwas Offensichtlicheres anbahnt.

Kluger Verzicht

In kurzen Sequenzen nimmt die Handlung ihren Fortgang, geschickt führen Welter und seine Drehbuchautoren Lorenz Langenegger und Stefan Brunner bis zum überraschenden Finale die verschiedenen Handlungsfäden nebeneinander her. Dass in diesem «Tatort» praktisch kein Blut fliesst, wird ihm freilich beim nördlichen Nachbarn angekreidet werden. Doch der Verzicht auf hektische Polizeiaktionen und schwer motivierbare Nebenhandlungen lohnt sich. Er öffnet den Blick in die Herzen verwöhnter und vernachlässigter junger Menschen.

Viel Humor

Schliesslich: Dieser «Tatort» hat Humor. Immer wieder mal lässt Reto Flückiger kurze Bemerkungen fallen oder führt witzige Dialoge. Als er ins Hotel kommt, will ihm der Direktor die Zimmernummer nicht sagen. «Der Herr al-Numi ist ein besonderer Gast.» «Ich auch», antwortet Flückiger. «Aber Sie mieten nicht die oberste Etage.» «Also, geht doch», sagt Flückiger, und eilt zum Lift.

SRF 1: Tatort: Kleine Prinzen Sonntag, 20.05 Uhr

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