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Blumiges in elektronischem Gewand

Die St. Galler Band Dachs gewann im November den «bandXost»-Wettbewerb, jetzt veröffentlicht sie ihre erste Aufnahme. Das Minialbum vereint zwei schillernde, verträumte Electropop-Lieder, gesungen im St. Galler Dialekt.
Roger Berhalter
Der Sommer ist da: Christoph Heim, Basil Kehl und Lukas Senn sind Dachs und taufen heute ihre erste EP. (Bild: pd)

Der Sommer ist da: Christoph Heim, Basil Kehl und Lukas Senn sind Dachs und taufen heute ihre erste EP. (Bild: pd)

Mundart zu singen birgt Gefahren. Erstens verstehen die Zuhörer jedes Wort, die Band kann sich also nicht hinter eleganten englischen Worthülsen verstecken. Zweitens tritt man in grosse Fussstapfen, hat also all die Berner Mundartrocker im Rücken, Mani Matter im Hinterkopf, und in St. Gallen ist einem zudem noch Manuel Stahlberger auf den Fersen. Dachs scheint all das nicht zu kümmern. Das junge St. Galler Trio kombiniert auf bisher ungehörte Weise St. Galler Dialekt mit Electropop. Pathetisch, stolz und frisch und als ob dies das Naheliegendste auf der Welt wäre.

Musik und Text gleichberechtigt

Naheliegend ist der Dialekt in der Tat, zumindest für Sänger Basil Kehl: «Ich habe früher in anderen Bands englisch gesungen, doch ich konnte es schliesslich nicht gut genug.» Die innige Beziehung zum Text habe gefehlt, also beschloss er umzusteigen. Auch wenn er sich auf der Bühne «viel nackter» fühle, seit er im St. Galler Dialekt singe. Doch im Gegensatz etwa zu Stahlberger gehe es bei Dachs nicht in erster Linie um die Worte, sondern es herrscht laut Kehl eine «Gleichberechtigung zwischen Musik und Text». Mit anderen Worten: Manchmal kommt eben auch die Musik zuerst.

Heute veröffentlichen Dachs ihre erste EP. Mit nur zwei Liedern ist sie etwas dünn geraten, aber das hat laut Basil Kehl seinen Grund: «Wir wollen uns noch Zeit nehmen, um zu experimentieren und an unseren Songs zu arbeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt wollten wir bewusst nur diese zwei Songs aufnehmen.» Weitere Aufnahmen seien aber geplant, und sie sind auch schon finanziert. Dachs haben nämlich 2012 den Ostschweizer Bandwettbewerb «bandXost» für sich entschieden und damit eine Albumproduktion gewonnen. Vorerst aber gibt es nur zwei Songs: «Aigetli willi ä Maitli si» und «Schlag für Schlag». Es sind schillernde, verträumte Electropop-Lieder, die irgendwo zwischen Tanzfläche und Radio spielen. Die Beats sind da, halten sich aber im Hintergrund, während sich vorne der Gesang entfaltet und – ganz traditionell – Strophe und Refrain singt. Die Texte erzählen davon, wie die Zeit verrinnt, und wie schön es wäre, auch mal weiblich und weich zu sein.

Blues und Synthesizer

Live können Dachs aber auch hart und wild klingen. Wie im vergangenen November in der Grabenhalle oder kürzlich am «Musig uf de Gass». Da lässt Basil Kehl an der Gitarre plötzlich ein Blues-Riff los, während seine Mitmusiker Lukas Senn (Synthesizer) und Christoph Heim (Bass) im Takt an ihren Geräten wippen. Heute taufen Dachs ihre EP mit einem Konzert in der Tankstell.

Live: Heute Fr, Tankstell, 22 Uhr; Fr, 28.6., OpenAir St. Gallen (Chesterfield Live Stage), 13.15 Uhr

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