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Blumen sind nicht nur fein

Der Künstler Benno Meier zeigt bei «Kultur im Bahnhof» überraschende Zugänge zur Welt der Pflanzen. Er lässt seine Motive von abstrakt bis feinsinnig aufscheinen und lädt Blüten und Blätter auch mit dunklen Emotionen auf.
Martin Preisser
Der Gossauer Künstler Benno Meier vor einem der beiden «Blumenteppiche» in der Galerie im Bahnhof. (Bild: Urs Bucher)

Der Gossauer Künstler Benno Meier vor einem der beiden «Blumenteppiche» in der Galerie im Bahnhof. (Bild: Urs Bucher)

«Männer malen keine Blümchen. Die sind doch irgendwie Frauensache.» Mit diesem Klischee spielt der Einladungstext von «Kultur im Bahnhof» für die Ausstellung von Benno Meier. Und ist, wer nur «Blümchen» malt, gar ein echter Künstler oder doch nur ein Sonntagsmaler? Die Frage beantwortet sich schnell, geht man durch die Blumen-Welten des Gossauer Künstlers, der – Autodidakt – seit sechs Jahren Kunst mit dem Ziel von Einzelausstellungen macht.

Florale Porträts

Die Ausstellung im Bahnhof ist Benno Meiers dritte, die er alleine bestreitet. Und eben: Hier geht es nicht um «Blümchen», sondern um intensiv aufgeladene Pflanzen-Betrachtungen. Meier porträtiert die floralen «Lebewesen» im eigenen Garten. Ihm gelingen ausdrucksstarke «Porträts», die zwischen feinem Strich und kräftiger Farbgebung hin und her schwingen. Genau bettet er die Pflanzen in einen Zyklus von Werden, Blühen und Vergehen. Von liebenswürdigem Dasein der Pflanzen bis hin zur direkten, manchmal fast bedrohlich wirkenden Kraft der Blumen reicht das Spektrum.

Die Natur schenkt kraftvolle Grosszügigkeit, scheinen diese Acrylgemälde auch zu sagen. Da ist ein Künstler intensiv und auch mit reichen Emotionen mit seinen Motiven verbunden. Einer, der das Symbolhafte, ja Abstrakte floraler Formen genauso beherrscht wie sensible Bildhintergründe, der die Kraft der Fülle und die Liebe zum Detail gekonnt vereint.

Starke Begegnung

Was Einzelheiten, aber auch Farbflächen angeht, wartet Benno Meier mit überraschenden Kompositionsideen auf. Er scheint die Begegnung mit den Pflanzen ganz direkt auszukosten, wie in einer Beziehung eines Malers zum Modell. Dreissig Bilder schmücken den Raum. An zwei Wänden sind mehrere Bilder zu einer Art Teppich zusammengestellt worden. Beide «Teppiche» sind ein guter Ausgangspunkt, um die unterschiedlichen Zugänge zum Thema zu studieren und Benno Meiers Fähigkeit nachzuvollziehen, Farben und Formen von Blüten und Blättern auch mit Emotionen wie Freude, Trauer oder gar Wut aufzuladen. Man kann sich hier auch von Meiers Fähigkeit überzeugen, mit der er Motive gekonnt und variantenreich sich auflösen lässt und Abbildendes mit Zeichenhaftem spannend verwebt.

Vernissage: Heute Fr, Kultur im Bahnhof (Klubschule Migros, 1. OG), 19 Uhr; bis 20.10.: Mo–Fr, 8–22; Sa und So, 9–16 Uhr

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