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Blues, Boogie Woogie und R'n'B

Sechs hochkarätige Bands haben am 7. Blues-Festival Frauenfeld das ganze Stilspektrum abgedeckt – technisch perfekt, tanzbar, mit engem Kontakt zum Publikum. Am stärksten Ted Poole und Shakura S'Aida, die beiden Headliner.
Dieter Langhart
Ganz nah an ihrem Publikum: Shakura S'Aida aus Toronto beschliesst den zweiten Abend des Bluesfestivals Frauenfeld in der Festhalle Rüegerholz. (Bild: Andrea Stalder)

Ganz nah an ihrem Publikum: Shakura S'Aida aus Toronto beschliesst den zweiten Abend des Bluesfestivals Frauenfeld in der Festhalle Rüegerholz. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. «Gaats öi guet? Mir au!» Wer Shakura S'Aida nicht bereits 2013 am Blues-Festival Frauenfeld erlebt hat, mag sich über das Züritüütsch der Kanadierin gewundert haben. Ihr Vater war Bündner, sie lebte in den Siebzigern knapp vier Jahre in Dietikon, dann wanderte die Familie nach Toronto aus. Rudolf Laubacher hat sie und ihre Band erneut für das Blues-Festival engagiert, als krönenden Abschluss der zwei Abende.

Wieder und wieder nimmt sie den Dialog zu den Zuhörern auf, ermahnt lachend beim Refrain zu «That Ain't Right»: «Das isch z nett – das isch Blues, this is an angry song.»

Neue Show einer Entertainerin

Shakura S'Aida geniesst sichtlich ihre Rückkehr nach Frauenfeld mit einer neuen Show, die kaum etwas mit ihrem letzten Auftritt gemein hat und nur wenige der Songs aus ihrem letzten Album «Time» enthält, «Geechee Woman» etwa, mit dem sie den Saal vollends für sich gewinnt.

Sie bezeichnet sich als Entertainerin, nicht als Bluessängerin, und ihre Stimme beherrscht alles, vom schleppenden Lamento über den innigen Gospel bis zum rasanten Boogie. Mutig, wie Shakura S'Aida ihr Konzert leise ausklingen lässt: mit einem Song, den sie gemeinsam mit Keb' Mo' geschrieben hat, und mit einem Song, den sie ohne Mikrophon singt, sie und ihre Band, mit der sie in engem Kontakt gewesen ist. Und die für die zwei Zugaben nochmals aufdreht.

Wuchtige Stimme

Welch Gegensatz! Layla Zoe, die zweite Frauenstimme dieses Festivals, wird als «Canada's Darling of the Blues» gehandelt, als Janis Joplins Reinkarnation gar. Sie tritt am Freitag auf, zwischen Bluecerne (kompetent) und dem Briten Ben Poole (eine Entdeckung). Sie ist mit einer wuchtigen Stimme gesegnet, trägt das Haar lang und Tattoos an beiden Armen. Sie sucht sich Saalstimmung mit «Put your hands in the air if you believe in love», lässt ihre Band allein spielen und sagt mehr als einmal «My name is Layla Zoe». Sie schafft es nicht zu berühren, bemüht Pose um Pose. So schaut sie selig lächelnd ihrem Gitarristen schräg von hinten beim Spielen zu – und als Ben Poole sie für seine Zugabe auf die Bühne holt, schaut sie ihm selig lächelnd schräg von hinten beim Spielen zu. Peinlich.

Dieser Ben Poole aus Brighton! Derwisch an der Gitarre und begnadeter Sänger zugleich, der seine Songs durchkomponiert und seiner starken Band stets Raum lässt. Immer wieder Zwischenapplaus: für seine Interpretation von Eric Claptons «Have you ever loved a woman» oder für seine Hommage an Gary Moore, mit dem er kurz vor dessen Tod noch gespielt hat. Auch Ben Poole hat seine Posen, tänzelt versunken, aber sie sind authentisch, nicht aufgesetzt.

Stilistische Breite

Mit den sechs Bands an zwei Abenden hat Rudolf Laubacher, künstlerischer Leiter des Blues- Festival Frauenfeld, eine gute Hand bewiesen. Hat mit je einer Schweizer Formation am Freitag und Samstag anheizen lassen. Hat die stilistische Breite des Blues ausgekostet, von Bluecernes Old School Blues über Richard Koechlis an J. J. Cale erinnernden Laid-back-Stil und Albie Donnellys soulig-fetzigen R 'n' B bis zu dem knallharten Cream-Sound von Ben Pooles Band. Hat erneut belegt, dass der Blues auch junge Musiker nicht kaltlässt – Jesse Karwat ist neu in Shakuras Band und erst 21. Rudolf Laubacher hat die Sponsorentribüne aufgehoben und durch Tische unter der Bühne ersetzt – leider blieben manche Plätze ungenutzt. Aber ausgiebig getanzt wurde dennoch.

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