Diese neun Autoren schrieben Literaturklassiker, die keiner lesen will

Julia Stephan
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James Joyce: «Ulysses» (1040 Seiten)  Ein experimenteller Erzählstil und Anspielungen auf die irische (Lokal-)Geschichte machen das Buch zur Knacknuss.
Gottfried Keller: «Der grüne Heinrich» (1395 Seiten) Ein Bildungsroman, der chronologisch ein vorindustrielles Leben ausbreitet – viele moderne Leser nutzen ihn als Einschlafhilfe.
Robert Musil: «Der Mann ohne Eigenschaften» (992 Seiten) Ein Roman ohne Ende, der mit essayistischen Einschüben eine erschöpfte Gesellschaft porträtiert.
Marcel Proust: «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit»  (5000 Seiten)  Ein Kerl verliebt sich, aber es klappt nicht. Sieben Bände  mit seitenlangen Schilderungen – etwa der eines Regentropfens.
Johann Wolfgang von Goethe: «Wilhelm Meisters Lehrjahre» (512 Seiten) Der junge Wilhelm will Theatermann werden und lässt es trotz Erfolgen sein. Novalis fand es «ein fatales und albernes Buch».
Thomas Mann: «Der Zauberberg» (1008 Seiten)  Sieben Jahre im Sanatorium – ein Erfahrungsbericht. Die Streitgespräche unter den Patienten sind für viele ein Aussteiger.
Gabriel García Márquez: «Hundert Jahre Einsamkeit»  (528 Seiten) Ein Buch, das eine Familiengeschichte über sechs Generationen erzählt – mit vielen Vor- und Rückgriffen.
Dante: «Die göttliche Komödie» (432 Seiten) Dante in Versform ins Jenseits zu folgen, ist nicht jedermanns Sache. Zur Orientierung braucht es dringend einen Kommentar.
Johann Wolfgang von Goethe: «Faust II» (489 Seiten) Faust strebt zu grossen Taten – und scheitert. Jeder Lehrer warnt: zu schwierig! Mit ein Grund, warum ihn niemand liest.
 Karl Marx: «Das Kapital» (ca. 4000 Seiten) Fürs «Kapital» muss man viel Theorie pauken. Weil es viele gute Zusammenfassungen gibt, traut sich kaum jemand ans Original.