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BILDBAND: Berge kopfüber

Der Wattwiler Grafiker und Fotograf Simon Walther ist oft in der Natur unterwegs, bepackt mit seinem Fotoapparat und auf der Suche nach einsamen Plätzen. Nun hat er im Buch «Bergüber» Spiegelungen von Bergen veröffentlicht.
Sabine Schmid
Die Aussicht von der Fuorcla Surlej im Engadin, gespiegelt in einem kleinen See, ziert das Buch «Bergüber» von Simon Walther als Titelbild. (Bild: Simon Walther)

Die Aussicht von der Fuorcla Surlej im Engadin, gespiegelt in einem kleinen See, ziert das Buch «Bergüber» von Simon Walther als Titelbild. (Bild: Simon Walther)

Sabine Schmid

Der Titel «Bergüber» tönt es an: Im Buch von Simon Walther sind die Gipfel nicht in der normalen Perspektive abgebildet, sondern kopfüber. Die meisten sind auf den Fotos sogar doppelt zu sehen, gespiegelt in einem Gewässer. 125 Panoramaaufnahmen sind im Buch abgebildet. Sie zeigen Berge wie die Churfirsten oder den Alpstein. Oft ist der Wattwiler aber auch im Engadin und im Berner Oberland unterwegs. Am liebsten dort, wo sich kaum mehr Wanderer bewegen, und zu Zeiten, in denen keine Seilbahn fährt. «Für dieses Buch bin ich mehr als 70000 Höhenmeter gewandert», sagt Simon Walther. Unterwegs war er dabei meist ­allein, manchmal mit seiner Frau Evi, manchmal mit Pascal, einem seiner drei erwachsenen Kinder.

Bilder erzählen auch eine Geschichte

Einzigartigkeit strebt Walther mit seinen Bildern an. Manchmal hat er ein bestimmtes Bild im Kopf, doch vor Ort macht ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung. In solchen Fällen kehrt er um, ohne ein Foto zu machen, und kommt an einem anderen Tag wieder. Ist der Aufwand zu gross, der Weg zu lang, macht er trotzdem ein Foto – und entwickelt so eine neue Idee. Sein Aufwand und seine Geduld tragen aber meistens Früchte. «Ich habe einige Stimmungen mit meiner Kamera einfangen können, die habe ich nachher nie wieder gesehen. Da war ich einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort», erzählt er.

Apropos erzählen: Text weist das Fotobuch kaum auf. Angegeben sind lediglich die Namen der Seen und Gipfel sowie die Koordinaten und Höhenmeter des Punktes, wo Walther den Auslöser betätigt hat. Dazu der Monat, in welchem das Bild gemacht wurde, die Uhrzeit und die Temperatur. Hinter jedem Bild versteckt sich aber eine Geschichte, die Walther im Buch nicht erzählt. Im Gespräch ist dem Fotografen zu entlocken, dass er beispielsweise acht Mal zum Gräppelensee oberhalb Unterwasser wanderte, bis alle Details des Fotos stimmten. Oder wie er hastig zur Sidelenhütte aufstieg, um das letzte Licht des Tages zu nutzen. Manchmal macht sich Walther zu Fuss bei Dunkelheit auf den Auf- oder Abstieg, manchmal kehrt er in Hütten ein oder verbringt die Nacht im Schlafsack. Diese Nächte sind zumeist kalt und auch kurz. Gerade im Sommer, wenn die Bergspitzen bis in den Abend beschienen werden und schon am frühen Morgen von der Sonne angestrahlt werden.

Bergüber-Bilder auch für die Wände

Sind die Bilder einmal aufgenommen, bearbeitet sie Walther kaum. Computerprogramme, um Farben nachzuzeichnen, nutzt er nicht. Als einzige Veränderung wandelt er kontrastreiche Aufnahmen in Schwarz-Weiss-Bilder um. Auch den Bildausschnitt ­korrigiert Walther nicht mehr. Er wählt diesen bereits bei der Aufnahme so, dass die Bilder auch auf Grossformat wirken. «Ich biete meine Bilder darum auch auf verschiedenen Materialien an, damit sie jemand an eine Wand hängen kann», sagt Walther. Wer es lieber kleiner mag, findet die Bilder auch auf einem Kalender mit einer nummerierten Auflage von 250 Exemplaren. Seine ­Hasselblad-Kamera ermöglicht es Simon Walther, zu jeder ­Tageszeit scharfe Fotos zu machen. Mit zwei Nachteilen: Zum einen ist die Kamera nicht für Schnappschüsse geeignet und zum ­anderen wiegt die gesamte Ausrüstung gut und gerne 16 Kilogramm. Viel für eine mehrstündige Bergtour.

Hinweis

www.bergueber.ch

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