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Bestseller im Kino: Der Schleuser der Hoffnung

Nicola Belluccis hat den Bestseller «Il mangiatore di pietre» verfilmt. Die schroffe Bergwelt zwingt den Bewohnern ihre Grenzen auf und gibt dem Film seine Gestalt.
Regina Grüter
Cesare (Luigi Lo Cascio, links) mit dem korrupten Polizeikommandanten Boerio (Leonardo Nigro). (Bild: Cineworx)

Cesare (Luigi Lo Cascio, links) mit dem korrupten Polizeikommandanten Boerio (Leonardo Nigro). (Bild: Cineworx)

Cesare (Luigi Lo Cascio) scheint mit allem abgeschlossen zu haben. Die Frau, die ihn im Gefängnis besucht hat, lebt nicht mehr. Die Tätowierung auf der Hand, die ihn als Mitglied einer Schlepperbande ausweist, ist nur mehr Zeichen eines alten Lebens, mit dem er nichts mehr zu tun haben will. Doch als die Leiche seines Patensohnes gefunden wird, den er einst zum Menschenschmuggler ausgebildet hat, gerät er in den engeren Kreis der Ermittlungen. Mailand entsendet Kommissarin Sonia di Meo (Ursina Lardi) ins piemonteser Bergdorf.

Wie der gleichnamige Bestseller von Davide Longo, zu Deutsch «Der Steingänger», ist auch der Spielfilm «Il mangiatore di pietre» nur vordergründig ein Krimi. Vielmehr geht es dem italienisch-schweizerischen Regisseur Nicola Bellucci («Grozny Blues», «Nel Giardino dei Suoni») um die Atmosphäre und die zwischenmenschlichen Beziehungen sowie das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Diese absolut prägende Bergwelt ist von einem eisigen, abweisenden Blau, im Licht des Mondes in ein mysteriöses Violett getaucht. Genauso rätselhaft ist zunächst die Handlung.

Werden wie die anderen, um zu bestehen

Den Verhältnissen entfliehen will der sensible Sergio (Vincenzo Crea). Er identifiziert sich mit den afrikanischen Flüchtlingen, die in einer kargen Hütte Unterschlupf gefunden haben. Mit ihnen teilt er die Hoffnung, dass jenseits der Berge, in Frankreich, ein anderes, besseres Leben auf ihn wartet. Der junge Mann leidet unter der Abwesenheit der Mutter – auch sie hat es hier nicht mehr ausgehalten – und der emotionalen Härte des Vaters.

Hier kann man nur bestehen, wenn man so ist, wie die anderen: wortkarg und schroff wie die sie umgebende Berglandschaft. Die Enge des Tals und die Engstirnigkeit seiner Bewohner hindern Sergio daran zu werden, wer er innerlich schon ist.

Flucht und eine ­ neue Chance anderswo

Für diesen jungen Mann wird Cesare zum Passeur der Hoffnung – und der erste Spielfilm von Bellucci zu einer modernen und aktuellen, gleichzeitig zeitlosen und universellen «Reise der Hoffnung». Auch an Leopold Lindtbergs «Die letzte Chance» fühlt man sich erinnert.

Was mit dem Dokumentarfilm «Grozny Blues» begann und nun mit «Il mangiatore di pietre» fortgeführt wurde, soll in einen dritten Teil münden, in dem Nicola Bellucci «Menschen ohne Heimat begleiten möchte». Wie ist ihr Leben, dort, wo sie als «Fremde» angekommen sind?

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