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Berühmte Standards, verblüffend verfremdet

Hörbar Jazz

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Tom Rainey’s Obbligato

Float Upstream,

Intakt Records

Das zweite Album des vom Schlagzeuger Tom Rainey geleiteten Avant-Jazz-Quintetts Obbligato ist eine riesige Überraschung, besteht doch das Repertoire grossmehrheitlich aus bekannten Standards wie «Stella by Starlight» oder «There is no Greater Love»: Solche Stücke trifft man heutzutage fast nur noch im Mainstream-Jazz an.

Mit der Saxofonistin Ingrid Laubrock, dem Trompeter Ralph Alessi, der Pianistin Kris Davis und dem Bassisten Drew Gress hat Rainey eine zugleich furchtlose und fulminante Improvisationstruppe um sich versammelt, die ungemein freigeistig und kreativ mit den Vorlagen umzugehen versteht. Wobei die schönen Melodien zuweilen derart extrem verfremdet und verformt werden, dass man sie kaum noch erkennt.

Nichtsdestotrotz bleibt stets spürbar, dass da nicht einfach planlos drauflos improvisiert wird: Die äusserst kommunikative Musizierweise ist stets eng verknüpft mit der Substanz der Standards, wobei zu dieser Substanz auch der Swing-Rhythmus gehört. Die Band bewegt sich im Raum zwischen Realismus und Abstraktion und bringt zuweilen auch surrealistische Methoden zur Anwendung.

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Marc Copland

Better By Far,

Inner Voice Jazz

Zwischen Euphorie und Melancholie

Das erste Stück trägt den Titel «Day and Night» – nicht zu verwechseln mit Cole Porters Musicalsong «Night and Day». Tatsächlich bewegt sich der fabulös feinfühlige Pianist Marc Copland in seiner vielschichtig-tiefschürfenden Musik zwischen Tag und Nacht – mal funkelt und leuchtet diese Musik ganz intensiv. Doch es gibt in ihr auch viele dunkle Klangfarben.

Mit dem Trompeter Ralph Alessi und dem Bassisten Drew Gress gehören zwei Musiker zu Coplands Quartett, denen wir ­bereits in Tom Raineys Gruppe ­Obbligato begegnet sind (siehe oben). Als mit allen Wassern gewaschene Jazz-Maestros fügen sich diese beiden Musiker problemlos in das stärker auf Wohlklang und Geschmeidigkeit ausgerichtete Umfeld ein. Vervollständigt wird die Gruppe durch den wunderbaren Schlagzeuger Joey Baron. Neben fünf Stücken von Marc Copland gibt es auf dem Album «Better By Far» drei kollektive «Instant Composi­tions» sowie «Evidence» von Thelonious Monk zu hören.

Tom Gsteiger

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