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Dokudrama: Bertolt Brecht – Genie und Egoist

Heinrich Breloers Zweiteiler « Brecht» am Fernsehen.
Susanne Holz
Tom Schilling spielt den jungen Brecht.

Tom Schilling spielt den jungen Brecht.

Wer war er, dieser Bertolt Brecht, geboren 1898 in Augsburg, gestorben 1956 in Ostberlin? Ein überzeugter Kommunist, der teure Autos liebte? Ein Menschenfresser, der alle und alles will, wie es Autorenkollege Lion Feuchtwanger formulierte? Heinrich Breloer nennt ihn «einen frechen Burschen mit Zigarre und Ledermantel, der scheinbar unverletzbar in die Welt blickte». Filmemacher Breloer beschäftigt sich schon lange mit Bertolt Brecht, bereits 1977 besuchte er in Augsburg die noch lebenden Freunde des deutschen Dramatikers sowie dessen Jugendliebe Paula Banholzer. Nun hat Breloer ein zweiteiliges Dokudrama gedreht: «Brecht». Mehr und mehr sei er auf die unbekannte, vielleicht dunkle Seite dieses widersprüchlichen Menschen gespannt gewesen, sagt der Filmer. «Ein junger Mann aus gut bürgerlichen Verhältnissen, der bald vier Kinder von drei Frauen hatte.»

Brecht trieb seine Geliebten in den Wahnsinn, bei Ehefrau Helene Weigel bestand er darauf, die Liebe solle ein Geschenk bleiben – «keine Tribute». Schlussendlich war hier wohl nur Brecht der Beschenkte – sie fühle sich wie ein Huhn von der Stange geschubst, das Platz machen müsse für Jüngeres, schrieb einmal die langjährige Gefährtin Ruth Berlau. Bertolt Brecht, Genie und Egoist. «Schillernde Persönlichkeit, undogmatischer Kommunist, unkonventioneller Theatermacher, unbotmässiger Staatsdichter der DDR. Immer eckte er gerne und lustvoll an», beschreibt ihn Arte-Programmdirektor Bernd Mütter.

Wer mehr über diesen Menschen erfahren will als bislang bekannt, dem sei Breloers Zweiteiler sehr empfohlen. Mit einem Tom Schilling als junger Brecht: überheblich, selbstverliebt, visionär. Und einem Burghart Klaussner als älterem Brecht: politisch, fleissig, aufbrausend. «Brecht geht vor Recht», so hiess es im Theater. Und einer Adele Neuhauser, die die grosse Helene Weigel neu zum Leben erweckt.

«Brecht» – zweiteiliges Dokudrama von Heinrich Breloer. ARD, Mittwoch, 27. März, 20.15 Uhr. Die Dokumentation «Brecht und das Berliner Ensemble – Erinnerung an einen Traum» ab 23.45 Uhr.

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