Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Konzertbesprechung: In der St.Galler St.Laurenzenkirche war der Chor des Collegium Musicum mit Paul Giger zu Gast

Beim zweiten Konzert der jeweils im September stattfindenden Reihe unter der künstlerischen Regie von Bernhard Ruchti kamen Werke von Bach und Pärt zur Aufführung - und Paul Giger improvisierte.
Bettina Kugler
Paul Giger, Violinist, Klang- und Improvisationskünstler. Bild: Michel Canonica

Paul Giger, Violinist, Klang- und Improvisationskünstler. Bild: Michel Canonica

Konzert Doppelt gerahmt erklang Bachs bekannte und vielgesungene Motette «Jesu meine Freude» am Freitagabend in der Kirche St.Laurenzen – dem zweiten Konzert der jeweils im September stattfindenden Reihe unter der künstlerischen Regie von Bernhard Ruchti. Zu Gast war ein Ostschweizer Vokalensemble: der Chor des Collegium Musicum, seit 2017 geleitet von Eckart Manke. Den einen Rahmen fasste das Collegium selbst zu Beginn und Abschluss des Konzerts – mit Werken des estnischen Komponisten Arvo Pärt.

Sie gaben den ruhigen, mystischen Grundton vor. Denn Klage, wie jene im Psalm 137 «An den Wassern zu Babel sassen wir und weinten», ist bei Pärt eine fliessende Vokalise; wortlos, von Stimme zu Stimme gleitend, umspielt von Dreiklangstönen, Pärt nennt sie «Tintinnabuli».

Seligpreisungen und Improvisationen

Der Trost ist in diesem Ausdruck menschlichen Leidens inbegriffen. Der Chor freilich war dabei kaum weniger gefordert als in den Bachschen Choralstrophen, zwischen wütender Welt und Satans Schlichen. Konzentriert lotste Eckart Manke seine Sänger durch harmonisch komplexe Sätze und bewegte Koloraturen. Um dann in Pärts «Beatitudes» sanft zu predigen, den musikalischen Klappaltar wieder zu schliessen.

Inwendig spann ein mit dem Raum vertrauter Musiker, Komponist und Klangkünstler die Fäden Pärts und Bachs weiter: der Violinist Paul Giger. Zwischen Rascheln, Rauschen, Seufzen und satter Mehrstimmigkeit wie in Bachs Sonaten und Partiten fächert sich sein Klangspektrum auf. So ging er mit dem Material auf Wanderschaft, schärfte das Ohr, brachte die mitlauschende Seele in Resonanz.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.