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Berlioz auf neuen Stühlen

Es war schon personell ein grosser Auftritt, den das Sinfonieorchester St. Gallen in der Tonhalle hinlegte.
Rolf App

St. Gallen Über dem Orchester thronen gut sichtbar zwei grosse Glocken. Sie künden vom folgenden. Doch bevor es losgeht mit der neuen Konzertsaison in der St. Galler Tonhalle, ergreift Konzertdirektor Florian Scheiber das Wort. Er erklärt, dass gerade die Stühle ausgewechselt würden und dass nachher die Tonhalle akustisch perfekt sein werde. «Sie wird leer genauso klingen wie voll», sagt er. «Kommen Sie aber trotzdem in Scharen zu unseren Konzerten.»

Es ist schon rein personell ein grosser Auftritt, den das Sinfonieorchester St. Gallen an diesem Donnerstagabend unter seinem Chefdirigenten Otto Tausk hinlegt. Freilich mehr im zweiten Teil als im ersten. Vor der Pause stehen mit der Arlésienne-Suite Nr. 1 von Georges Bizet drei von grosser, geradezu südlicher Wärme erfüllte Stücke an, die das Orchester präzis und farbenreich musiziert.

Höhepunkt im Hexensabbat

Von Camille Saint-Saëns folgt «La Muse et le Poète» op. 132, ein weithin unbekanntes Konzert für Violine, Violoncello und Orchester. Die Solisten stammen mit Igor Keller und Fernando Gomes aus dem Orchester selbst, und sie spielen ihren Part derart hingebungsvoll, dass das Publikum mit dem dritten Satz aus Maurice Ravels Sonate für Violine und Cello noch eine Zugabe bekommt.

Dann, nach der Pause, kommen in der «Symphonie fantastique» von Hector Berlioz die Glocken zum Einsatz. Freilich erst zum Schluss, wenn der Hexensabbat tobt und das tiefe Blech immer wieder das «Dies irae» intoniert. Otto Tausk hat das Orchester zielstrebig zu diesem Höhepunkt geführt, hat im ersten Satz zaghaft den Vorhang heben lassen und mit leichter Hand «Un Bal» dirigiert, den zweiten Satz. Im dritten Satz dann, «Scène aux champs» überschrieben, hat er mit grossem Gespür für Nuancen ein von grosser innerer Bewegtheit durchpulstes Idyll Klang werden lassen, bevor das Orchester sich im vierten und vollends im fünften Satz immer mehr steigert. Dass dennoch alles hörbar bleibt, ist grosse Kunst.

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