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Bergsteiger auf Bachsche Gipfel

Der St. Galler Musiker Rudolf Lutz ist einer von fünfzehn Musikern, die dieses Jahr mit dem Schweizer Musikpreis geehrt werden. Er hat in den letzten Jahren Trogen zum Mekka für Bach-Verehrer gemacht.
Martin Preisser
Ein musikalischer Allrounder: Der St. Galler Dirigent, Komponist und Organist Rudolf Lutz. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 29. März 2017))

Ein musikalischer Allrounder: Der St. Galler Dirigent, Komponist und Organist Rudolf Lutz. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 29. März 2017))

Oft findet Rudolf Lutz an seinen Einführungen in die Bach-Kantaten in Trogen eigene Harmonien und musikalische Wendungen für Bachsche Melodien. Sehr elegant und flüssig klingt solch kurzerhand Improvisiertes. Dann stellt der Musiker seine Ideen den originalen von Bach gegenüber und zeigt dem Musikfreund damit die eigentliche Höhe der Bachschen Inspiration.

Bach als Hauptanreger

An Bach reibt er sich, von ihm lässt er sich inspirieren. Von ihm «sei er mariniert», sagt Rudolf Lutz. Johann Sebastian Bach ist sein Hauptanreger, der für ihn zur nie versiegenden Quelle des eigenen Musizierens, Komponierens und Improvisierens geworden ist. Lutz, der Improvisator, der am Klavier auch sofort in einen Brahms oder auch einen Gershwin eintauchen kann, hat die Kunst, Musik spontan entstehen lassen zu können, auch viele Jahre an der Basler Schola Cantorum unterrichtet.

Bach stand auch Pate, als Rudolf Lutz dessen Chaconne für Violine solo für eine wunderbar neue Fassung für Klavier setzte. Und Bachs Können war für ihn auch immer ein Referenzpunkt, wenn er selbst zum Kantatenschreiber wurde, etwa mit einer auf der Wartburg uraufgeführten Luther-Kantate.

Universell und voll unbändiger Fantasie

Vielseitigkeit ist ein Begriff, der das Wirken des St. Galler Musikers Rudolf Lutz beschreiben kann. Noch treffendere Attribute wären: universell, voll unbändiger Fantasie und leidenschaftlicher Weite. Zum Komponisten und Improvisator kam viele Jahre die Arbeit als Leiter des Bach-Chors St. Gallen. Und über vierzig Jahre sass Lutz hauptamtlich an der Orgel von St. Laurenzen.

Der Höhepunkt seiner musikalischen Neugier und seines stets neu entdeckenden, sprühenden Musizierens ist jetzt die Gesamtaufführung aller Bach-Kantaten in Trogen. Dank einer einmaligen mäzenatischen Unterstützung kann sich Lutz dieser inzwischen zu fast zwei Dritteln erfüllten Aufgabe auf hochkarätigem, internationalem Niveau widmen. Achtzig Jahre wird er alt sein, wenn in Trogen die letzte der über zweihundert Kantaten erklungen sein wird.

Tänzerisch und durchlässig

Aber auch hier schöpft Lutz nicht nur aus seiner reichen Routine, sondern forscht, gräbt, wächst an Bach, lernt von ihm mit jeder neuen Aufführung. Tänzerisch und durchlässig, ein wenig wie die Helle der Kirche in Trogen ist sein Bach, den man genau deswegen international sehr schätzt. Bach ist der Fixstern von Rudolf Lutz. Er sei ein Gebirge mit Gipfeln, die wunderbare Aussicht versprächen, aber auch anspruchsvolle Aufstiege bereithielten, wie es der 1951 geborene Allrounder einmal selbst beschrieb.

Rudolf Lutz hat bei all dem nicht die Bodenhaftung verloren. Regelmässig leitet er in der St. Galler Kirche St. Mangen immer noch das Singen für Ältere. Seit vielen Jahren. Auch da ist es seine Begeisterungsfähigkeit und der spezielle Humor des im Appenzellerland Gebürtigen, den die sangesfreudigen Senioren an ihm schätzen.

Hinweis

Die Preisverleihung findet am 20. September in Basel statt.

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