Berge und Schwäne

Fotos Die Schweiz ist bei chinesischen Touristen beliebt. Eine Studie hat nun untersucht, was sie in der Schweiz am liebsten fotografieren.

Katja Fischer De Santi
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Chinesen fotografieren auf ihren Reisen viel – aber nicht alle Sujets mögen sie gleich gerne, hat eine Schweizer Studie festgestellt. (Bild: ky/Christof Schürpf)

Chinesen fotografieren auf ihren Reisen viel – aber nicht alle Sujets mögen sie gleich gerne, hat eine Schweizer Studie festgestellt. (Bild: ky/Christof Schürpf)

Die Chinesen haben das Reisen entdeckt. Die Welttourismusorganisation schätzt, dass bis im Jahr 2020 100 Millionen chinesische Touristen die Welt bereisen – die Schweiz haben viele davon als Reiseziel fest eingeplant. Doch wie sehen die Chinesen die Schweiz? Welche Eindrücke nehmen sie mit nach Hause? Eine Studie der Università della Svizzera italiana untersuchte erstmals die Vorlieben chinesischer Gäste in der Schweiz. Dabei gingen die drei Forscher Tu Hu, Nadzeya Kalbaska und Lorenzo Cantoni einen eher ungewöhnlichen Weg. Sie untersuchten 468 Bilder, die zwischen Juli 2011 und Juni 2012 auf Sina Weibo, dem populärsten sozialen Netzwerk Chinas, veröffentlicht und mit den Schlüsselwörtern «Schweiz» und «Reise» (auf Chinesisch) versehen worden sind.

Berge, Seen und Luzern

Die Ergebnisse widerspiegeln das klassische Ansichtskarten-Image der Schweiz: Berge und Seen sind auf fast einem Viertel der Bilder zu sehen. Städte und Monumente sind schon deutlich weniger populär (knapp 10 Prozent) – mit Ausnahme der Luzerner Kapellbrücke, die mit Abstand die häufigst fotografierte Attraktion der Schweiz ist. Bei den Nahrungsmitteln schwingen erwartungsgemäss die Schokolade und der Käse obenaus, und bei den Transportmitteln sind es die Schweizer Züge. Ganz im Gegensatz zum typisch schweizerischen Postauto, dass in der Bilderauswahl komplett fehlte.

Keine Uhrenbilder

Überrascht hat die Wissenschafter die geringe Anzahl von Uhrenbildern. Dies obwohl kaum ein chinesischer Tourist das Land ohne eine neue Schweizer Uhr verlässt. Erklärt wird dieser Befund mit der Tatsache, dass Chinesen aus kulturellen Gründen ungern mit Konsumgütern prahlen würden. Auch die Unterkünfte der chinesischen Gäste wurden praktisch gar nicht abgebildet.

Lieber Schwäne als Kühe

Obenauf schwingen dafür die Schweizer Schwäne, an ihnen scheinen die Chinesen einen fotografischen Narren gefressen zu haben. Die Schweizer Kühe hingegen schneiden schlecht ab.

Am erstaunlichsten ist aber wohl der Umstand, dass rund 26 Prozent aller untersuchten Bilder auf Sina Weibo aus der offiziellen Kommunikation von Schweiz Tourismus stammen. Dies bedeutet einerseits, dass das Online-Marketing von Schweiz Tourismus höchst erfolgreich zu sein scheint, andererseits aber wohl auch, dass viele Chinesen und Chinesinnen vor allem davon träumen, einst in die Schweiz zu reisen.