Bergbauern und ihre Sennen aus der Fremde

«Wer hat den Käse gemacht?», lautet die Frage zu Beginn des Dokumentarfilms «Die Käsemacher». Die Wanderer und Touristen, die auf der Berner Alp den dort produzierten Alpkäse essen und kaufen, vermuten: von urigen Bergbauern oder Bauernfamilien.

Drucken
Teilen
Eine Hamburgerin beim Käsen. (Bild: pd)

Eine Hamburgerin beim Käsen. (Bild: pd)

«Wer hat den Käse gemacht?», lautet die Frage zu Beginn des Dokumentarfilms «Die Käsemacher». Die Wanderer und Touristen, die auf der Berner Alp den dort produzierten Alpkäse essen und kaufen, vermuten: von urigen Bergbauern oder Bauernfamilien.

Ohne Ausländer geht es nicht

Der Einstieg in den Film der 32jährigen Berner Filmemacherin Sarah Fasolin macht deutlich, dass einer Mehrheit der Bevölkerung nicht bewusst ist, wie es um die reale Alpwirtschaft steht. Denn mittlerweile kommen 30 bis 50 Prozent des Alppersonals aus dem Ausland. Und ohne diese Saisonniers wären viele Alpen gar nicht mehr zu bewirtschaften, weil es den Bergbauern an Nachwuchs und einheimischen Sennen fehlt.

Frust und Freuden

Sarah Fasolin, die selbst während drei Sommern als Sennerin arbeitete, hat mit der Kamera fünf ausländische Sennen und ihre Bergbauern auf zwei Haslitaler Alpen einen Sommer lang begleitet. Sie geht der Motivation einer jungen Hamburgerin nach, auf einer Alp zu arbeiten, oder sie zeigt die Schwierigkeiten einer Österreicherin mit dem Dialekt eines Bauern. Es gibt Missverständnisse, Frust, Streit, aber auch gemeinsame Freuden und Erfolgserlebnisse. Es ist die Stärke des Films, dass er einen differenzierten Blick auf ein Stück «Heimat» wirft, das gerne idealisiert wird. Gerade die aktuellen Diskussionen um die Personenfreizügigkeit erscheinen dann hier in einem etwas anderen Licht. (as)

Kinok Lokremise, heute Sa 17 Uhr; Di 21., 18.15; Sa 2.7., 17 Uhr; Do 7., 18.15; Sa 9.7., 17.15 Uhr

Aktuelle Nachrichten