Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Salensteiner Verlage Benteli und Niggli florieren

Vor fünf Jahren kaufte der Sirnacher Markus Sebastian Braun die beiden Thurgauer Traditionsverlage. Sie rechnen sich nach wie vor.
Dieter Langhart
Auslegeordnung: Einige der aktuellen Titel aus den Verlagen Benteli und Niggli. (Bilder: Reto Martin)

Auslegeordnung: Einige der aktuellen Titel aus den Verlagen Benteli und Niggli.
(Bilder: Reto Martin)

«Weltluft für Niggli und Benteli» hiess es in dieser Zeitung im April 2015. Damals hatte Markus Sebastian Braun die beiden Verlage gerade gekauft und brachte sie wieder auf Vordermann. Bald fünf Jahre danach ist es Zeit für ein erneutes Treffen. Der Verleger ist unterwegs nach Sirnach, wo seine Mutter lebt, und reist bald an die Frankfurter Buchmesse weiter. Wie geht es seinen Verlagen? «Wir sind internationaler geworden», sagt Braun. Und erzählt vom Stararchitekten Santiago Calatrava, der bei ihm angeklopft habe. «Bridges» wird der Niggli-Band heissen und im September 2020 erscheinen, «ideal für unter den Christbaum».

Er ist kein Freund des Marktes

Frauenfeld TG - Bücher der Verlage Niggli und Benteli. Beide Firmen wurden vor fünf Jahren verkauft.

Frauenfeld TG - Bücher der Verlage Niggli und Benteli. Beide Firmen wurden vor fünf Jahren verkauft.

Braun zieht Buch um Buch aus seiner Umhängetasche: eins schöner als das andere, jedes besonders gestaltet. Als sich Anfragen häuften, ob «Das japanische Teehaus» noch lieferbar sei, legte er den Titel neu auf, auch auf Englisch, und liess ihn in japanischer Manier binden. Rechnet sich das für ihn, dem die Verlegerei eine Liebhaberei ist, der kein Freund des Marktes ist? Braun, Jahrgang 1966, ist nicht nur bibliophil veranlagt (er hat Kunstgeschichte und Germanistik studiert), er ist auch ein guter Rechner (Wirtschaft war das dritte Fach).

«Man muss Bücher zu Unikaten machen.»

Seinen Verlagen gehe es gut, auch weil die Preise wegen der abgeschafften Buchpreisbindung gestiegen seien. «Einige Buchhändler bestellen drüben in Deutschland statt beim Schweizer Buchzentrum. Doch ich bin entspannt, bin kein Kulturpessimist.» Braun ist überzeugt: «Man muss Bücher zu Unikaten machen, darauf reagiert der Markt.» Etwa auf «Island», den Benteli-Band des Fotografen Max Schmid und des Märchensammlers Helmut Hinrichsen. «Der Buchmarkt wird immer enger», sagt Braun. «Ich muss die Profile meiner Verlage behalten und schärfen, effizientere Strukturen schaffen.» Niggli ist spezialisiert auf Architektur, Design, Typografie, Benteli primär auf Kunst und Fotografie – aber da passt auch das Bändchen «Cassette Cultures» über Musikkassetten hinein.

Braun ist früher viel gereist, oft nach Asien. Drum mag er das Buch «Stadtmauern in China», eine Lizenzausgabe, die in drei Sprachen erscheint. Stolz ist er auf «Olympic Games». Autor ist Markus Osterwalder, ein passionierter Sammler aus Herisau. «Das ist unser Toptitel diesen Herbst. Ein teures Buch – erstmals haben wir Kickstarter genutzt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.