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«Bei uns ist das aus Versehen passiert»

«Rockin' All Over The World», «Whatever You Want», «In The Army Now» und viele irgendwie ähnlich klingende Rocksongs – das sind Status Quo.
Steffen Rüth

49 Jahre nach der offiziellen Bandgründung will die englische Rockband Status Quo aus Altersgründen in Zukunft nur noch akustisch auftreten. Ein Gespräch mit Frontmann Francis Rossi (67) über ihre angeblich letzte Rocktour unter dem Titel «The Last Night Of The Electrics Tour». Damit sind sie am 15. Oktober im Hallenstadion Zürich zu erleben.

Francis Rossi, die kommende Konzertreise soll die letzte mit Verstärkern und elektrischen Instrumenten sein. Sind Sie sicher, dass danach Schluss ist mit lautem Rock 'n' Roll?

Doch, Stand jetzt lautet die Antwort: Ich bin mir sicher. Keine Ahnung, was in Zukunft passiert, aber wir haben diese Entscheidung nicht leichthin, mal eben so, getroffen. Wir sind alte Männer. Rick Parfitt (Gitarrist und Co-Frontmann) hatte vor Jahren einen Herzinfarkt, bei mir kräuselt sich die Haut, der Nacken tut weh, das Fleisch hängt nach unten. Seit Rick krank war, fällt uns alles schwerer.

Warum tun Sie sich die Auftritte dann überhaupt noch an?

Erstens, um unsere Familien zu versorgen. Zweitens, weil es uns guttut. Wir mögen unsere Arbeit. In den vergangenen Jahren wechseln wir ja ab zwischen elektrisch verstärkten und akustischen Konzerten, die akustischen Auftritte werden wir auch weitermachen. Wir sind keine faule, genügsame, desinteressierte Band geworden. Wenn ich auf der Bühne stehe und ein Akkord ein klein wenig anders spiele als sonst, dann fühle ich mich fast wieder jung.

Wären Sie gerne nochmal 20?

Nein, überhaupt nicht. Ich mag den jungen Mann nicht, der ich war. Ich war ein lächerlicher, verdammter Idiot. Mit Anfang 20 war ich total ätzend und bis oben voll mit der Scheisse, die man als Rock 'n' Roll-Lifestyle bezeichnet. Alkohol, Kokain, Weiber, ich lebte das aus bis zum Exzess. Wir waren erfolgreich und konnten uns alles erlauben.

Sie stehen auf der Bühne, seit Sie 13 sind. Ist Rock'n'Roll auch eine Sucht?

Ja! Es ist nie genug. Du hast einen Hit, dann willst du den nächsten, dann den nächsten und immer so weiter. Nach 30 Hits willst du den einunddreissigsten. Bei Konzerten ist es genauso. So funktioniert das menschliche Belohnungssystem. Wegen unseres Ehrgeizes, der übrigens bis heute anhält, liefen wir nie Gefahr, ein One-Hit-Wonder zu werden. Weil wir immer weitermachten.

Es gab auch nie längere Pausen wie bei vielen Kollegen.

Richtig. Wir hätten nichts mit uns anzufangen gewusst. Wir hatten auch Angst, dass es nicht mehr funktionieren würde nach einer Auszeit.

Ihr habt einen unverwechselbaren Sound geschaffen. Ist es wichtig, einmalig zu klingen?

Nun, aus naheliegenden Gründen suchen sehr viele Musiker nach einem stilistischen Merkmal, das sie charakterisiert. Bei uns ist das aus Versehen passiert. Wir haben an unserem Sound festgehalten, die einen finden das toll, und die anderen meckern, dass wir seit hundert Jahren ein und denselben Song spielen. Aber AC/DC machen wirklich immer dasselbe und sind die geilste Band der Welt.

Zu AC/DC gehen mindestens drei Generationen von Rockfans. Blicken Sie bei Ihren Konzerten in junge Gesichter?

In das eine oder andere. Neulich kam ein Mädchen zu mir und sagte «Ich bin hier, weil du mich so an meinen Vater erinnerst». Ich finde es aber blöd, wenn eine Rockband meint, sie sei nur gut, wenn junge Fans nachwachsen.

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