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Beethoven, wie es bei Beethoven geklungen hat

Gleich für zwei Konzerte kommt der russische Pianist Alexander Melnikov morgen nach St. Gallen. Sehr frühe und sehr späte Sonaten stehen auf dem Programm, gespielt auf historischen Instrumenten.
Beethoven-Interpret Alexander Melnikov. (Bild: Marco Borggreve)

Beethoven-Interpret Alexander Melnikov. (Bild: Marco Borggreve)

Der 45-jährige Russe Alexander Melnikov ist ein enorm fleissiger Musiker. Er gibt Solokonzerte, tritt mit Orchestern auf – gern mit Kammerorchestern –, und macht viel Kammermusik. Seine bevorzugte Partnerin ist dabei die Geigerin Isabelle Faust, mit der er unter anderem die Violinsonaten Ludwig van Beethovens auf CD aufgenommen hat.

Beethoven führt ihn morgen Sonntag auch in die St. Galler Tonhalle. In zwei Konzerten wird er dort acht Klaviersonaten interpretieren: Zuerst um 11 Uhr die frühen Sonaten Nr. 3 op. 2/3, Nr. 6 op. 10/2 und Nr. 7 op. 10/3, dann, um 17 Uhr, die späten Nr. 27 op. 90, Nr. 30 op. 109 und Nr. 32 op. 111. Beethovens Entwicklung am Klavier wird damit hörbar werden. Wobei Melnikov einer weiteren Spezialität folgt: Er spielt auf zwei historischen Instrumenten, von denen das erste ein Nachbau ist.

So wird man Beethoven hören können, wie Beethoven damals geklungen hat, und Melnikov ist dazu der rechte Mann. Gerade eben ist eine CD erschienen, auf der er Schubert, Chopin, Liszt und Strawinsky auf vier verschiedenen Klavieren spielt, beginnend bei jenem von Alois Graff aus den 1830er-Jahren, endend mit dem Steinway von 2014.

Doch nicht nur die Veränderungen der Klangvorstellungen illustriert diese Aufnahme. Sie zeigt auch, wie weit gespannt Melnikovs Repertoire ist. Und wie sehr er, obwohl er in Berlin lebt, im Herzen Russe geblieben ist. Zum Beispiel dann, wenn er wie auf der vorletzten CD zu hören, Sergej Prokofjews Klaviersonaten ganz warm und leicht von der Hand spielt. So dass sie ganz spielerisch in die Seele eindringen.

Beethoven hat auch Seelenlandschaften entworfen. Deshalb darf man gespannt sein, was Melnikov aus ihnen macht.

Rolf App

rolf.app@tagblatt.ch

Hinweis

Tonhalle St. Gallen, Sonntag, 11 und 17 Uhr. Die erwähnten CDs sind bei Harmonia Mundi erschienen.

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