Beethoven groovt und schwebt

Mehr als hundert Kinder und Jugendliche brachten im Familienkonzert «Move!» die Tonhalle zu Musik von Beethoven in Bewegung.

Drucken
Teilen
Der Tanznachwuchs beim Kinderkonzert «Move!» in der Tonhalle. (Bild: Urs Jaudas)

Der Tanznachwuchs beim Kinderkonzert «Move!» in der Tonhalle. (Bild: Urs Jaudas)

Wie die Kleine Hexe beim Tanz ums Walpurgisfeuer auf dem Blocksberg wirkte Erzähler-Moderator Schimke im Finale des Familienkonzerts «Move!» unter mehr als hundert Kindern und Jugendlichen der Theatertanzschule St. Gallen – mit seinem Besen, den er als «Abwart» dringend brauchte, um den aufgewirbelten Staub beiseite zu schaffen.

In jeder Hinsicht beweglich

Denn einmal mehr gab ein Konzert fürs kleine, unvoreingenommene Publikum nicht nur dem Sinfonieorchester und dem Tanznachwuchs Gelegenheit, ihre Beweglichkeit in jeder Hinsicht unter Beweis zu stellen. Vielmehr verpackte es Sätze aus Sinfonien Ludwig van Beethovens und diverse Tanzstilrichtungen in einer einfachen Rahmengeschichte.

Das bevorstehende Kinderfest drängt sich als Thema auf: Dafür hat sich das Orchester unter Jeremy Carnall ins Parkett zurückgezogen und die Bühne frei gemacht. Leergefegt wartet sie auf den grossen Ansturm; kein Mensch zu sehen ausser Herrn Schimke, im blauen Arbeitskittel, mit schwungvollem Besen und hier und da einem adretten Ballettschritt. Damit er das Publikum überhaupt bemerkt, braucht es schon die einschlägigen zwei Takte Beethoven aus der Fünften – dann erfahren die Kinder im Parkett, was hier gleich auf dem Pausenhof abgeht: Eine muntere, abwechslungsreich choreographierte Rangelei darum, welche Gruppe beim Kinderfest die Herzen erobert.

Mitreissend

Seien es die Kleinsten von «Spiel & Bewegung», seien es die angriffslustig ellbögelnden und schulterzuckenden Hip-Hop-Kids, die Jazzdancer oder die schwerelos über die Bühne wirbelnden Ballett-Elevinnen: In «Move!» tanzen sie sich nicht den Rang ab, sondern ersetzten ihren Schulprospekt durch mitreissende Anschauung. Und das Orchester verblüfft mit der Wandlungsfähigkeit ein- und desselben Molto vivace aus der 9. Sinfonie: mal in Tschaikowsky-haften Pastelltönen, mal hart im Rhythmus und mit Bassverstärker. Bewegend und sehr ohrenfällig. Bettina Kugler

Aktuelle Nachrichten