Spitzenposten
Baslerin macht Rachmaninoffs Villa Senar zum Kulturzentrum

Die Kulturunternehmerin Andrea Loetscher übernimmt die Leitung des Kultur- und Bildungszentrums Villa Senar in Hertenstein.

Urs Mattenberger
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Andrea Loetscher übernimmt im Juli die Leitung des neuen Kultur- und Bildungszentrums in Rachmaninows Villa Senar.

Andrea Loetscher übernimmt im Juli die Leitung des neuen Kultur- und Bildungszentrums in Rachmaninows Villa Senar.

Bild: zvg

Viele nehmen die Basler Flötistin Andrea Loetscher als Frau des Intendanten des Lucerne-Festivals wahr, wenn sie bei dessen Eröffnungsempfängen auf dem Roten Teppich mit Michael Haefliger die Prominenz begrüsst. Das wird sich jetzt definitiv ändern. Denn die Stiftung Serge Rachmaninoff überträgt der Musikerin und Kulturunternehmerin ab dem 1. Juli die Leitung des Kultur- und Bildungszentrums Villa Senar in Hertenstein (LU).

«Andrea Loetscher ist aus einer internationalen Ausschreibung als bestens qualifizierte neue Geschäftsführerin und Leiterin des neuen Kultur- und Bildungszentrums Villa Senar hervorgegangen», erklärt Urs Ziswiler, Präsident der Stiftung. «Sie überzeugt durch ihre Visionen für den Ort, aber auch mit ihrer Vielseitigkeit als Musikerin, Organisatorin von Konzerten und mit ihrer Neugierde für ungewöhnliche Projekte».

Magie eines Hollywoodstars

Letztere hat Loetscher unter anderem als Leiterin der Musikschule Ennetbürgen sowie durch Digitalisierungs-Projekte während der Pandemie bewiesen. Und ungewöhnliche Projekte will sie auch «an diesem besonderen Ort mit Rachmaninoff als Inspiration und Ausgangspunkt» umsetzen.

Die Villa Senar und damit die Magie des Ortes sollen als Kultur-Marke positioniert werden – in Verbindung mit den Kultur- und Bildungsaktivitäten der Stiftung Serge Rachmaninoff sowie im Austausch mit Kanton und Gemeinde. Andrea Loetscher, die als Flötistin regelmässig mit Ensembles, Orchestern und namhaften Künstlerinnen und Künstlern auftritt, verspricht «einen lebendig frischen und auch freudig respektvollen Umgang mit dem Ort und seiner Geschichte.»

Es sei für sie eine «einmalige Chance, die Villa Senar in Hertenstein, diesen Leuchtturm unter den Musiker-Wohnhäusern am Vierwaldstättersee, mit starken Inhalten erlebbar und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen», sagt Andrea Loetscher. Die Voraussetzungen, der Villa Senar mit starken Inhalten Strahlkraft zu verleihen, stünden gut: «Die Begeisterung für die Magie dieses Kraftortes und für den Pianisten, Komponisten, Dirigenten und Hollywoodstar Sergej Rachmaninoff und seine Zeit ist gross.»

2021 kaufte der Kanton Luzern die Villa

Die Villa Senar wurde im Auftrag des Komponisten Serge Rachmaninoff 1931–1934 von den Luzerner Architekten Alfred Möri und Karl Friedrich Krebs in einem konsequent funktionalistisch schlichten Stil des neuen Bauens erstellt. Sie steht seit 2018 unter Denkmalschutz. Serge Rachmaninoff komponierte dort zentrale pianistische und sinfonische Werke.

2021 beschloss der Luzerner Kantonsrat den Kauf der Villa Senar von den Erben und die Errichtung eines der Öffentlichkeit zugänglichen Kultur- und Bildungszentrums. Die Stiftung Serge Rachmaninoff wurde 2000 von Alexander, dem Enkel des Komponisten, Pianisten und Dirigenten Serge Rachmaninoff, gegründet. Zweck ist, das Werk Rachmaninoffs zu fördern und weiter zu verbreiten.