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Hörbar Barock: Musik in Nachtblau

Das junge Barockensemble Vox in einem Konzertmitschnitt und Sonaten von Telemann auf Barockinstrumenten lassen die Musik von Bach und Telemann erklingen.
Hans-Jürgen Becker

Düster und nachtschwarz

Mit dem weltbekannten lyrischen Tenor Christoph Prégardien, der ins tiefe Stimmfach wechselt, gibt das junge Barockensemble Vox unter Dirigent Lorenzo Ghirlandas sein Début. Instrumentale Piècen von Fasch, Telemann und Händel umrahmen drei Bass-Kantaten, zwei von Telemann (eine Weltpremiere) und eine von Johann Sebastian Bach. Düster und nachtschwarz mit viel Ausdruck erklingen die Ouvertüren (es fehlen die jeweiligen Suiten) in g-Moll und d-Moll von Fasch und Telemann. Der Klang dreier Oboen zu Fagott, Streichern und Orgelcontinuo ist sinfonisch satt.

Bei Telemanns Ouvertüre scheint der französische «goût» beinahe den Geist des Sturms und Drangs «avant la lettre» angenommen zu haben. Auch Telemanns Kantaten stehen einem Bach nicht nach. Die erste besingt theatralisch die Weltverachtung, die zweite die Jesu-Passion mit zwei Arien von innigstem Kantabile. Bachs berühmte Kreuzstabkantate und ein Larghetto aus einem Concerto Grosso Händels machen das Finale. Zwar singt Prégardien klangvoll und rhetorisch ausdrucksvoll, aber als Tenor gefiel er besser. Insgesamt ein bewegender hörenswerter Konzertmitschnitt. Barock in Nachtblau.

Bach und Telemann: Kantaten für Bariton, Christoph Prégardien, Vox Orchestra, Leitung Lorenzo Ghirlanda, DHM Sony 2018

Sonaten-Musterbuch

Telemanns «Essercizii Musici», eine Sammlung von je zwölf Solo- und Trio-Sonaten, erschienen gegen 1740 als Notenstich im Selbstverlag des Meisters. Es enthält früher entstandene Werke, fasst zusammen, was Telemann für mustergültig erachtete; gibt jedem Instrument das, «was es leyden mag». Fast alle in der Kammermusik des Barock gebräuchlichen Instrumente werden bedacht und zu klangfarbenreichen Kombinationen geführt: Oboe, Flauto Traverso und Flauto dolce, Violine, Gambe und Cembalo. Duftige, schwelgerische Melodien wechseln mit schwungvollen Tänzen: sublimer französischer Geschmack gemischt mit italienischem Feuer. Das Ensemble Florilegium um Flötist Ashley Solomon präsentiert auf der Doppel-CD gut die Hälfte der Sonaten auf Barockinstrumenten, poetisch und mit Sinn für feinste Nuancen. Bisweilen wünschte man dieser Aufnahme einen Hauch mehr Derbheit, sie ist dennoch eine gelungene Deutung dieser Sonaten.

Telemann: Essercizii Musici, Florilegium, Leitung Ashley Solomon, Channel Classics 2018

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